Die wirtschaftliche Situation kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland bleibt angespannt. Nach der Herbstumfrage 2026 von Creditreform hat sich die Geschäftslage kaum verbessert. Besonders deutlich zeigt sich die anhaltende Schwäche bei Investitionen und Beschäftigung.
Der Creditreform-Geschäftsklimaindex steigt lediglich von 0,1 auf 1,1 Punkte. Während die Unternehmen ihre aktuelle Lage überwiegend kritisch beurteilen, haben sich die Erwartungen für die kommenden sechs Monate leicht aufgehellt.
Auftragslage zeigt kaum Erholung
Nur 20,2 Prozent der befragten Unternehmen verzeichneten zuletzt steigende Auftragseingänge. Im Vorjahr waren es 21,5 Prozent. Gleichzeitig meldeten 26,4 Prozent rückläufige Bestellungen, nach 27,6 Prozent im Herbst 2025.
Unterschiede zeigen sich zwischen den Branchen. Während sich die Nachfrage im Verarbeitenden Gewerbe verbessert hat, verschlechterte sich die Situation im Baugewerbe deutlich.
Für das kommende Halbjahr rechnen die Betriebe zwar mit einer günstigeren Auftrags- und Umsatzentwicklung. Hohe Energiekosten, schwache Konsumnachfrage und wirtschaftliche Unsicherheit begrenzen jedoch den Optimismus.
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Investitionspläne erreichen historischen Tiefstand
Besonders ausgeprägt ist die Zurückhaltung bei neuen Investitionen. Lediglich 37,3 Prozent der Mittelständler planen derzeit entsprechende Vorhaben. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 43,5 Prozent, 2021 sogar bei mehr als 50 Prozent.
Damit erreicht die Investitionsbereitschaft den niedrigsten Stand seit zwei Jahrzehnten. Als wesentliche Ursachen nennt Creditreform gestiegene Finanzierungskosten, begrenzte finanzielle Reserven und unsichere Geschäftsaussichten.
Die schwache Investitionstätigkeit könnte die Modernisierung und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zusätzlich beeinträchtigen.
Mittelstand baut weiterhin Arbeitsplätze ab
Auch am Arbeitsmarkt hinterlässt die Konjunkturschwäche deutliche Spuren. Seit drei Jahren entstehen im Mittelstand per Saldo keine zusätzlichen Arbeitsplätze mehr.
Zuletzt erhöhten 14,5 Prozent der Unternehmen ihre Beschäftigtenzahl, während 18,6 Prozent Personal reduzierten. Lediglich im Dienstleistungssektor blieb die Beschäftigung insgesamt stabil.
Neben einer schwachen Auftragslage führen betriebliche Umstrukturierungen und die ausbleibende Nachbesetzung freier Stellen zu einem Rückgang der Beschäftigung.
Eigenkapitalausstattung bleibt problematisch
Die finanziellen Reserven vieler Betriebe sind weiterhin gering. Bei 33 Prozent der befragten Unternehmen liegt die Eigenkapitalquote unter zehn Prozent. Der Anteil entspricht nahezu dem Vorjahreswert von 33,2 Prozent.
Gleichzeitig sank der Anteil finanziell stärker ausgestatteter Unternehmen mit einer Eigenkapitalquote von mehr als 30 Prozent von 35,7 auf 33 Prozent.
Nach Einschätzung von Creditreform erschweren geringe Erträge und gestiegene Kosten den Aufbau zusätzlicher Rücklagen. Die schwache Eigenkapitalbasis erhöht zugleich die Anfälligkeit für wirtschaftliche Krisen und Insolvenzen.
Altersvorsorgepflicht für Selbstständige umstritten
Die Untersuchung beleuchtet außerdem die geplante Einbeziehung Selbstständiger in eine verpflichtende Altersvorsorge. Viele Befragte befürworten eine Absicherungspflicht insbesondere für Personen ohne ausreichende bestehende Vorsorge.
Grundsätzlich dagegen sprechen sich 31,8 Prozent aus. Unter jüngeren Selbstständigen erreicht die Ablehnung 46,4 Prozent.
Die meisten Unternehmer nutzen bereits private Vorsorgeformen wie Versicherungen, Fonds oder Immobilien. Mehr als ein Drittel zahlt zusätzlich in die gesetzliche Rentenversicherung ein.




