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Creditreform: Wirtschaftskrise treibt Zahlungsfristen nach oben

Mann mit Sparschwein und Rechnungen auf einem Tisch
Symbolfoto | Foto: Dziana Hasanbekava / Pexels

Key takeaways

Laut Creditreform verlängern sich in Deutschland die Zahlungsziele im B2B-Bereich weiter. Im ersten Halbjahr 2025 wurden im Schnitt 31,46 Tage gewährt, Großunternehmen profitieren besonders. Gleichzeitig sinken Verzugsdauer und Forderungsvolumen, während Rechnungswerte abnehmen – ein Spiegel der anhaltend schwierigen Wirtschaftslage.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Trotz vereinzelter Erholungstendenzen bleibt die wirtschaftliche Lage in Deutschland angespannt. Lieferanten und Kreditgeber reagieren mit flexibleren Konditionen, was sich vor allem in längeren Zahlungszielen widerspiegelt. Laut neuen Auswertungen des Creditreform Debitorenregisters gewährten Unternehmen im ersten Halbjahr 2025 im Schnitt 31,46 Tage Zahlungsziel – vor zwei Jahren waren es noch 29,93 Tage. Besonders große, marktmächtige Abnehmer nutzen ihre Position, um längere Fristen durchzusetzen.

Krise verändert Zahlungsgewohnheiten

„Viele Lieferanten und Dienstleister sehen sich nach mehr als zwei Jahren Krise gezwungen, ihren Kunden entgegenzukommen“, erklärt Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung. Gleichzeitig würden verstärkte Bonitätsprüfungen und ein intensiveres Risikomanagement helfen, Zahlungsausfälle zu vermeiden. Positiv: Das Volumen offener Forderungen ist rückläufig, ebenso die Zahl überfälliger Rechnungen. Die durchschnittliche Verzugsdauer sank auf 7,89 Tage – den niedrigsten Wert seit einem Jahrzehnt. Das ausstehende Forderungsvolumen pro Schuldner ging von 23.618 Euro auf 19.848 Euro zurück.

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Schnellere Begleichung im B2B-Geschäft

Im ersten Halbjahr 2025 wurden B2B-Forderungen durchschnittlich nach 39,35 Tagen beglichen. Zwischen 2016 und 2021 lag dieser Wert meist bei über 42 Tagen. Allerdings zeigen Branchen wie die Chemieindustrie und der Einzelhandel gegenläufige Entwicklungen. „Je kürzer eine Forderung offen ist, desto geringer ist das Ausfallrisiko“, so Hantzsch.

Sinkende Rechnungswerte und weniger Ausfälle

Der durchschnittliche Rechnungswert im B2B-Bereich fiel auf 1.960 Euro, nach 2.072 Euro im Vorjahr. Laut Jörg Urbscheit, Business Analyst des Creditreform Debitorenregisters, spiegelt dieser Rückgang eine geringere Anzahl und ein niedrigeres Volumen von Geschäftstransaktionen wider. Gleichzeitig sei die Aufmerksamkeit der Gläubiger deutlich gestiegen.

Große Unternehmen setzen längere Fristen durch

Großunternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten erhielten im Schnitt 33,97 Tage Zahlungsziel – 0,75 Tage mehr als im Vorjahr. Kleine Unternehmen mussten hingegen mit 26,19 Tagen auskommen. Urbscheit verweist darauf, dass Großkunden traditionell von großzügigeren Fristen profitieren, ein Muster, das sich in der aktuellen Wirtschaftskrise weiter verstärkt hat.

Die Analyse basiert auf rund 3,55 Millionen Rechnungsbelegen aus dem Creditreform Debitorenregister Deutschland, das Daten zu etwa 1,07 Millionen Unternehmen enthält. Monatlich werden rund 11,1 Millionen Belege mit einem Gesamtvolumen von 85 Milliarden Euro ausgewertet.

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