Der dänische Logistikkonzern DSV hat im dritten Quartal 2026 Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert. Die Erlöse wuchsen gegenüber dem Vorjahr um 12,1 Prozent auf 80,7 Milliarden dänische Kronen (DKK) (rund 10,80 Milliarden Euro). Das operative Ergebnis vor Sondereffekten (EBIT) erhöhte sich um 19,5 Prozent auf 6,61 Milliarden DKK (rund 884 Millionen Euro). Darin enthalten waren 300 Millionen DKK (rund 40 Millionen Euro) aus Immobilienverkäufen.
Während Luft- und Seefracht sowie Kontraktlogistik vom Zusammenschluss mit Schenker profitierten, belasteten Integrationsprobleme das europäische Straßentransportgeschäft. DSV hält dennoch an seinem Synergieziel fest.
Luft- und Seefracht treiben Ergebniswachstum
Der Geschäftsbereich Air & Sea steigerte sein EBIT vor Sondereffekten um 18,9 Prozent auf 4,28 Milliarden DKK (rund 573 Millionen Euro). Kosteneinsparungen durch die Schenker-Integration verbesserten die Ergebniskonversion von 38,6 auf 45,8 Prozent.
Noch stärker wuchs Contract Logistics. Das operative Ergebnis legte um 50,3 Prozent auf 1,67 Milliarden DKK (rund 223 Millionen Euro) zu, einschließlich 105 Millionen DKK (rund 14 Millionen Euro) aus Immobilienverkäufen. Höhere Produktivität, bessere Kapazitätsauslastung und die Zusammenlegung weniger rentabler Standorte unterstützten die Entwicklung.
Der Konzerngewinn erhöhte sich insgesamt von 2,16 Milliarden DKK (rund 289 Millionen Euro) auf 3,02 Milliarden DKK (rund 404 Millionen Euro). In den ersten neun Monaten erreichte DSV einen Umsatz von 227,81 Milliarden DKK (rund 30,48 Milliarden Euro) und ein EBIT vor Sondereffekten von 17,72 Milliarden DKK (rund 2,37 Milliarden Euro).
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Straßentransport leidet unter Integrationsproblemen
Die Sparte Road verzeichnete dagegen einen Ergebnisrückgang um 35,1 Prozent auf 526 Millionen DKK (rund 70 Millionen Euro). Davon entfielen 195 Millionen DKK (rund 26 Millionen Euro) auf Immobilienverkäufe.
Ursachen waren rückläufige Transportvolumina, Produktivitätsverluste und zeitweilige Einschränkungen der Servicequalität während der Schenker-Integration in Europa.
Nach Unternehmensangaben normalisierten sich die Abläufe gegen Quartalsende. DSV konzentriert sich nun auf Effizienzsteigerungen, Vertrieb und organisches Wachstum. Einige geplante Einsparungen im Straßentransport werden allerdings erst 2027 wirksam.
Schenker soll neun Milliarden Kronen Synergien bringen
Die Integration von Schenker verläuft laut DSV insgesamt weitgehend planmäßig. In fast allen Ländern ist die Zusammenführung abgeschlossen oder bereits angelaufen. Die verbleibenden Märkte sollen im vierten Quartal folgen.
Das Unternehmen bestätigt sein Ziel jährlicher Synergien von rund neun Milliarden DKK (rund 1,20 Milliarden Euro). Inflation und zusätzliche Kosten im wachsenden Kontraktlogistikgeschäft könnten einen Teil dieser Einsparungen aufzehren.
Die gesamten Transaktions- und Integrationskosten bleiben mit etwa elf Milliarden DKK (rund 1,47 Milliarden Euro) veranschlagt. Davon waren bis Ende September rund 8,7 Milliarden DKK (rund 1,16 Milliarden Euro) erfasst.
Für 2026 erwartet DSV nun Integrationsaufwendungen von etwa 5,5 Milliarden DKK (rund 736 Millionen Euro) statt bisher 6,5 Milliarden DKK (rund 870 Millionen Euro). Weitere Kosten verschieben sich auf 2027.
Cashflow steigt und Aktienrückkauf beginnt
Der bereinigte freie Cashflow verbesserte sich im dritten Quartal von 3,83 Milliarden DKK (rund 512 Millionen Euro) auf 6,44 Milliarden DKK (rund 862 Millionen Euro). Immobilienverkäufe steuerten 3,19 Milliarden DKK (rund 427 Millionen Euro) bei.
Der Verschuldungsgrad sank auf 2,5. Gleichzeitig kündigte DSV ein Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden DKK (rund 201 Millionen Euro) an – das erste seit der Schenker-Übernahme.
DSV konkretisiert Prognose für 2026
Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern ein EBIT vor Sondereffekten zwischen 24 und 25 Milliarden DKK (rund 3,21 bis 3,34 Milliarden Euro). Die bisherige Spanne hatte bei 23,5 bis 25,5 Milliarden DKK (rund 3,14 bis 3,41 Milliarden Euro) gelegen.
Die Prognose berücksichtigt weitere Immobilienverkäufe im Schlussquartal. Als Risiken gelten geopolitische Spannungen, steigende Energiekosten und mögliche Auswirkungen internationaler Handelszölle auf die Transportnachfrage.
Konzernchef Jens H. Lund will neben dem Abschluss der Schenker-Integration verstärkt in künstliche Intelligenz, Technologie und die Optimierung des Logistiknetzwerks investieren.


