ANZEIGE

ANZEIGE

Etsy verschärft KI-Regeln: Echte Produktfotos werden für Händler Pflicht

Logo am Etsy Living Building
Foto: Etsy

Key takeaways

➟ Der Online-Marktplatz zieht neue Grenzen für künstliche Intelligenz im Verkauf. Händler müssen ihre Waren authentisch präsentieren, automatisierte Angebote werden eingeschränkt und zusätzliche Kontrollen sollen irreführende Produktdarstellungen verhindern.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Der Online-Marktplatz Etsy verschärft seine Regeln für den Einsatz künstlicher Intelligenz bei Produktangeboten. Händler müssen künftig grundsätzlich mindestens ein unverändertes Foto des tatsächlichen Artikels vor einem realen Hintergrund veröffentlichen. Ergänzende KI-generierte Bilder bleiben erlaubt, sofern sie das angebotene Produkt korrekt darstellen. Mit den neuen Vorgaben will die Plattform irreführende Darstellungen verhindern und das Vertrauen der Käufer stärken.

Die Änderungen betreffen auch automatisiert erstellte Angebote und digitale Anleitungen. Etsy betont, dass KI die Arbeit der Verkäufer unterstützen soll, menschliche Kreativität und handwerkliche Leistungen jedoch nicht ersetzen darf.

Mindestens ein authentisches Produktfoto erforderlich

Künftig müssen Verkäufer in der Regel mindestens eine unveränderte Aufnahme des tatsächlich angebotenen Produkts verwenden. Damit soll sichergestellt werden, dass Käufer erkennen können, welchen Artikel sie bei einer Bestellung erhalten.

KI-gestützte Bilder dürfen weiterhin ergänzend eingesetzt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass sie keine falschen Erwartungen hinsichtlich Aussehen, Eigenschaften oder Beschaffenheit der Ware erzeugen.

Die neuen Anforderungen sind Teil einer Überarbeitung der Etsy-Richtlinien für Produktbilder. Verkäufer sollen zusätzlich durch Informationen und praktische Hinweise innerhalb der Plattform bei der Umsetzung unterstützt werden.

Anzeige

Gewinnen in der Plattform-Ökonomie

von Alexander Graf – der Leitfaden für Handelsentscheider
★★★★☆ 4,4 / 5 Sterne
Jetzt bei Amazon entdecken

Vollautomatische KI-Angebote nicht erlaubt

Etsy stellt außerdem klar, dass vollständig durch Bots erzeugte Produktangebote ohne menschliche Beteiligung nicht zulässig sind. Untersagt bleibt auch der Einsatz künstlicher Intelligenz, wenn dadurch Käufer getäuscht oder nicht tatsächlich verfügbare Produkte angeboten werden.

Besondere Einschränkungen gelten für funktionale Anleitungen wie Schnittmuster oder Rezepte. Diese dürfen nicht mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt werden. Zudem müssen entsprechende Angebote ein reales Ergebnis zeigen, das anhand der jeweiligen Anleitung entstanden ist.

Die bestehende Verpflichtung, den Einsatz von KI bei der Erstellung eines Produkts offenzulegen, bleibt bestehen. Ein generelles Verbot künstlicher Intelligenz plant Etsy dagegen nicht.

Plattform verstärkt Kontrolle irreführender Angebote

Neben den neuen Richtlinien will Etsy die technische Überwachung seines Marktplatzes verbessern. Dazu entwickelt das Unternehmen Verfahren weiter, mit denen manipulierte Produktbilder und betrügerische Angebote zuverlässiger erkannt werden sollen.

Die Durchsetzung der Regeln soll zunächst getestet und anschließend schrittweise ausgeweitet werden. In den kommenden Monaten plant Etsy, verstärkt Angebote zu entfernen, die gegen die Vorgaben verstoßen.

Auch die Meldung verdächtiger Produktdarstellungen soll für Nutzer einfacher werden. Hinweise von Käufern sollen dabei helfen, problematische KI-Anwendungen schneller zu identifizieren.

Menschliche Kreativität bleibt zentraler Bestandteil

Nach Unternehmensangaben verkaufen knapp sechs Millionen kreative Unternehmer über Etsy. Rund 90 Prozent betreiben ihre Shops eigenständig. KI-Werkzeuge können diesen Händlern administrative Aufgaben erleichtern und damit mehr Zeit für die eigentliche Produktgestaltung schaffen.

Gleichzeitig sieht Etsy die Gefahr, dass automatisierte Inhalte die tatsächliche handwerkliche Leistung verschleiern. Deshalb will die Plattform künftig stärker vermitteln, welchen Beitrag die jeweiligen Verkäufer zur Entstehung ihrer Produkte leisten.

Geplant sind unter anderem ausführlichere Bewertungen und zusätzliche Inhalte, die Einblicke in kreative Herstellungsprozesse ermöglichen. Käufer sollen dadurch die Herkunft und Besonderheiten angebotener Artikel besser nachvollziehen können.

Etsy will KI-Richtlinien weiterentwickeln

Die neuen Vorgaben betrachtet Etsy als ersten Schritt einer umfassenderen Anpassung an den zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz im Onlinehandel. Das Unternehmen kündigt an, die Regeln und Kontrollmechanismen anhand der Erfahrungen von Käufern und Verkäufern fortlaufend zu überprüfen.

Für Händler bedeutet dies eine stärkere Verpflichtung zu authentischen Produktdarstellungen und transparenter Kommunikation. Gleichzeitig bleibt der Einsatz von KI für unterstützende Tätigkeiten möglich, solange die tatsächliche Beschaffenheit der angebotenen Waren und die menschliche Beteiligung nachvollziehbar bleiben.

Must-read

ANZEIGE
JANGER E-Commerce
Wer als Shop-Betreiber, E-Commerce Manager oder Gründer einer E-Commerce-Marke erfolgreich werden möchte, muss drei grundsätzliche Faktoren, Verkaufspsychologie, Außendarstellung und Design sowie Nutzererlebnis, verinnerlichen.

Top-News

Sponsored

Sponsored