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Unternehmen zahlen Rechnungen deutlich später als noch zu Jahresbeginn

Mann mit Sparschwein und Rechnungen auf einem Tisch
Symbolfoto | Foto: Dziana Hasanbekava / Pexels

Key takeaways

Längere Zahlungsziele und zunehmende Liquiditätsengpässe verschärfen die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen. Gleichzeitig steigt die Sorge vor einer wachsenden Zahl an Unternehmensinsolvenzen in Deutschland.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Zahlungsdisziplin deutscher Unternehmen hat sich im März 2026 deutlich verschlechtert. Nach aktuellen Daten von CRIF Deutschland steigen die Verzögerungen bei Rechnungszahlungen erheblich an und gelten zunehmend als Warnsignal für wirtschaftliche Schwierigkeiten und drohende Insolvenzen.

Zahlungsüberfälligkeiten steigen stark an

Laut der Analyse von CRIF lag die durchschnittliche Dauer der Zahlungsüberfälligkeit bei Nicht- oder Spätzahlern im März bei 31,6 Tagen. Im Februar hatte dieser Wert noch bei 20,1 Tagen gelegen. Auch im Vergleich zum Vorjahresquartal zeigt sich eine deutliche Verschlechterung.

Unternehmen gewähren ihren Kunden im Durchschnitt Zahlungsziele von rund 26 Tagen. Tatsächlich werden offene Rechnungen von verspätet zahlenden Firmen derzeit jedoch oft erst nach etwa 58 Tagen beglichen.

CRIF sieht darin ein Zeichen zunehmender Liquiditätsengpässe. Lieferanten und Geschäftspartner würden dadurch unfreiwillig eine Art Zwischenfinanzierung übernehmen.

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Deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern

Besonders stark stiegen die Überfälligkeiten in mehreren Bundesländern. In Berlin erhöhte sich die durchschnittliche Zahl verspäteter Zahlungstage innerhalb eines Monats von 26,5 auf 40,4 Tage.

Auch Brandenburg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz verzeichneten deutliche Sprünge. Selbst wirtschaftsstarke Regionen wie Bayern und Baden-Württemberg blieben von der Entwicklung nicht verschont.

Nach Einschätzung von CRIF zeigen die Zahlen, dass Liquiditätsprobleme längst nicht mehr nur einzelne Branchen oder strukturschwache Regionen betreffen, sondern zunehmend weite Teile der deutschen Wirtschaft erfassen.

Weniger Spätzahler, aber höhere Risiken

Trotz der längeren Zahlungsfristen sank der Anteil der Unternehmen, die Rechnungen verspätet oder gar nicht begleichen. Bundesweit lag dieser Anteil im März 2026 bei 9,9 Prozent nach 13,2 Prozent im Vorjahr.

CRIF bewertet dies jedoch nicht als Entspannung. Vielmehr würden finanziell stabile Unternehmen ihre Rechnungen inzwischen bewusster und pünktlicher bezahlen, um Lieferketten und Geschäftsbeziehungen abzusichern.

Wirtschaftlich belastete Unternehmen zahlten dagegen zwar nicht häufiger verspätet, aber deutlich später als bisher. Besonders hohe Anteile an Nicht- und Spätzahlern verzeichnen weiterhin Berlin, das Saarland, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern.

Insolvenzprognose wird angehoben

Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung hebt CRIF seine Insolvenzprognose für 2026 an. Das Unternehmen rechnet inzwischen mit bis zu 26.000 Unternehmensinsolvenzen in Deutschland. Das wären rund 8,3 Prozent mehr als im Vorjahr und der höchste Stand seit 2013.

Als Ursachen nennt CRIF unter anderem geopolitische Spannungen, steigende Energiepreise, höhere Rohstoffkosten sowie zunehmende Unsicherheiten im internationalen Handel. Viele Unternehmen verschieben Investitionen, während gleichzeitig der finanzielle Druck entlang der Lieferketten weiter zunimmt.

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