Criteo hat im dritten Quartal 2025 deutlich an Profitabilität zugelegt. Der in New York börsennotierte Anbieter von Commerce-Media-Lösungen steigerte seinen Nettogewinn auf 40 Millionen US-Dollar (rund 38 Mio. Euro) – ein Plus von 552 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch Umsatz und Bruttogewinn entwickelten sich positiv, wenn auch moderater. Die Franzosen kündigten gleichzeitig eine weitreichende Veränderung ihrer Unternehmensstruktur an: Criteo will seinen rechtlichen Sitz nach Luxemburg verlegen und künftig mit regulären Stammaktien an der US-Technologiebörse Nasdaq notieren.
Deutliche Gewinnsprünge bei stabilen Umsätzen
Mit einem Quartalsumsatz von 470 Millionen US-Dollar (rund 443 Mio. Euro) erzielte Criteo einen leichten Zuwachs von 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Bruttogewinn kletterte hingegen um 11 Prozent auf 256 Millionen Dollar (rund 241 Mio. Euro), was einer Marge von 55 Prozent entspricht. Die bereinigte EBITDA-Marge stieg auf 36 Prozent. In der Folge wurde die Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben. Statt einer Marge von 33 bis 34 Prozent erwartet das Unternehmen nun 34 Prozent.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Retail Media weiter Wachstumstreiber
Treiber der positiven Entwicklung war erneut der Bereich Retail Media. Hier stieg der operative Beitrag ohne Traffic-Kosten (Contribution ex-TAC) um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu den neuen Partnern zählen unter anderem DoorDash, Sephora, Zepto, Migros, Interdiscount und Massmart. Zudem wurde Criteo als erster offizieller Retail-Media-Partner von Google für dessen Search Ads 360 anerkannt. Im Segment Performance Media blieb das Wachstum moderater, da sinkende AdTech-Dienstleistungen das Plus von 7 Prozent beim operativen Beitrag teilweise kompensierten.
Kurs auf Nasdaq und USA
Neben den Geschäftszahlen sorgte eine strategische Weichenstellung für Aufmerksamkeit. Criteo plant, seinen Unternehmenssitz von Frankreich nach Luxemburg zu verlegen und künftig keine American Depositary Shares (ADS) mehr zu nutzen. Stattdessen sollen Stammaktien direkt an der Nasdaq gelistet werden. Die Maßnahme soll regulatorische Komplexität reduzieren, mehr Flexibilität bei der Kapitalverwendung schaffen und den Investorenkreis erweitern. Langfristig strebt Criteo sogar eine weitere Verlagerung des Unternehmenssitzes in die USA an, um sich für US-Aktienindizes zu qualifizieren.
Erfahrene Verstärkung und starke Finanzbasis
Mit Edouard Dinichert, einem ehemaligen Amazon-Manager, besetzte Criteo zudem die neu geschaffene Position des Chief Customer Officer. Finanziell zeigt sich das Unternehmen solide: Der operative Cashflow stieg auf 90 Millionen Dollar (rund 85 Mio. Euro), der Free Cash Flow auf 67 Millionen Dollar (rund 63 Mio. Euro). Insgesamt stehen liquide Mittel in Höhe von 296 Millionen Dollar zur Verfügung.


