In deutschen Unternehmen ist Datenschutz häufig keine eigenständige Aufgabe, sondern wird nebenbei erledigt. Eine aktuelle Umfrage von Dury Consult unter 500 Verantwortlichen zeigt, dass diese Praxis weit verbreitet ist und erhebliche Risiken birgt. Besonders problematisch sind Doppelrollen, die die notwendige Unabhängigkeit im Datenschutz untergraben.
Datenschutz oft nur Zusatzaufgabe
Sechs von sieben Datenschutzverantwortlichen übernehmen zusätzlich weitere Funktionen im Unternehmen. Besonders häufig wird das Thema mit IT, Informationssicherheit oder Qualitätsmanagement kombiniert. Auch Bereiche wie Recht, Compliance oder Personal fallen in vielen Fällen zusammen. Lediglich ein kleiner Teil der Befragten ist ausschließlich für Datenschutz zuständig, was auf strukturelle Defizite in der Organisation hinweist.
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Interessenkonflikte durch Doppelrollen
Die Mehrfachzuständigkeiten führen häufig zu Interessenkonflikten. Wenn etwa IT-Leiter gleichzeitig als Datenschutzbeauftragte fungieren, kontrollieren sie letztlich ihre eigenen Entscheidungen. Eine objektive Prüfung der Datenverarbeitung wird dadurch erschwert oder unmöglich gemacht. Diese Konstellation widerspricht den gesetzlichen Anforderungen an die Unabhängigkeit der Datenschutzfunktion.
Zunehmende Belastung und wachsende Anforderungen
Viele Datenschutzverantwortliche berichten bereits von Zeitmangel und steigender Komplexität der gesetzlichen Vorgaben. Ein erheblicher Anteil fühlt sich zu spät in wichtige Entscheidungen eingebunden oder erhält nicht ausreichend Unterstützung aus dem Management. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen kontinuierlich, wodurch sich die Belastung weiter erhöht und die Qualität der Umsetzung leidet.
Haftungsrisiken für das Management
Unternehmen sind verpflichtet, eine funktionierende Datenschutzorganisation sicherzustellen. Werden notwendige Ressourcen nicht bereitgestellt, kann dies als Organisationsverschulden gewertet werden. Im Ernstfall drohen nicht nur hohe Bußgelder, sondern auch persönliche Haftungsrisiken für Geschäftsführer und Vorstände. Eine klare Trennung der Zuständigkeiten und ausreichende personelle Ausstattung gelten daher als entscheidend, um rechtliche und finanzielle Schäden zu vermeiden.




