Decathlon will durch die Übernahme von Intersport Spanien seine Position auf dem spanischen Sportartikelmarkt weiter ausbauen. Wie spanische Medien berichten, meldete Decathlon noch 31. Dezember 2025 die geplante Akquisition bei der spanischen Wettbewerbsbehörde CNMC an – ein Schritt, der eine der bedeutendsten Konzentrationen im Sektor der letzten Jahre in Spanien einleiten könnte.
Die CNMC hat laut Larazon un zunächst einen Monat Zeit, die Transaktion im Rahmen der sogenannten Phase I zu prüfen. Sollte sie vertiefte Untersuchungen für notwendig erachten, würde ein zweites Prüfverfahren eingeleitet, das sich über drei bis vier Monate erstrecken kann.
Strategische Expansion in einem angespannten Marktumfeld
Die Akquisition erfolgt in einem schwierigen Marktumfeld für den stationären Sporthandel. Steigende Kosten, sinkende Margen und verändertes Konsumverhalten setzen die Branche unter Druck. Für Decathlon bietet die Übernahme die Chance, seine Flächenpräsenz und Marktanteile insbesondere in Regionen auszubauen, in denen Intersport traditionell stark vertreten war.
Auch wenn keine finanziellen Details zur Transaktion bekannt wurden, passt das Vorhaben in Decathlons strategische Linie: In Südwesteuropa – vor allem in Spanien – will der Konzern gezielt wachsen. Der spanische Markt gilt dabei als volumenstark und wachstumsfähig.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Hintergrund: Insolvenz und Liquidation bei Intersport Spanien
Dass Intersport Spanien nun zum Übernahmeziel wird, hat mit seiner wirtschaftlichen Schieflage zu tun. Im März 2025 meldete das Unternehmen Insolvenz an. Die Verbindlichkeiten beliefen sich auf rund 14 Millionen Euro. Der daraufhin vorgeschlagene Sanierungsplan mit teilweisem Forderungsverzicht und einer vierjährigen Schonfrist konnte weder Banken noch Lieferanten überzeugen.
Im Juli 2025 folgte die offizielle Liquidation. Damit wurde der Weg frei für den Verkauf von Geschäftsbereichen oder Vermögenswerten – ein Umstand, den Decathlon nun nutzen will.
Neuordnung innerhalb der Intersport-Gruppe
Die Muttergesellschaft von Intersport Spanien reagierte bereits im Herbst 2025 mit einer Neuorganisation. Seither wird die Region Südeuropa unter einem einheitlichen Dach geführt, das Frankreich, Belgien, Portugal und Spanien umfasst. Ziel ist eine effizientere Verwaltung und klarere Zuständigkeiten.
Die spanische Tochtergesellschaft war zu diesem Zeitpunkt bereits zum Sanierungsfall geworden, sodass ein geordneter Rückzug über eine Veräußerung bereits im Raum stand.
Entscheidung der Wettbewerbsbehörde steht noch aus
Ob die Übernahme von der CNMC genehmigt wird, bleibt abzuwarten. Kritisch dürfte der Blick auf bestimmte Regionen ausfallen, in denen beide Ketten stark vertreten sind – hier könnten Fragen zur Marktbeherrschung aufkommen.
Sollte die Behörde keine Einwände haben, wäre Decathlons Führungsposition in Spanien kaum noch gefährdet. Der Sporthandel insgesamt erlebt damit eine weitere Phase struktureller Bereinigung, wie sie auch in anderen Handelssegmenten derzeit zu beobachten ist.


