Im zweiten Quartal 2025 konnte die DHL Group in einem global herausfordernden Umfeld ihre Profitabilität steigern, obwohl die Umsätze rückläufig waren. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,9 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro, was vor allem auf Wechselkurseffekte und ein verlangsamtes Handelsvolumen zurückzuführen ist. Gleichzeitig stieg das operative Ergebnis (EBIT) um 5,7 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, was einer verbesserten EBIT-Marge von 7,2 Prozent entspricht.
Effizienzmaßnahmen und Fokus auf Wachstumsmärkte
Finanzvorständin Melanie Kreis verweist auf geopolitische Spannungen und eine schwache weltwirtschaftliche Dynamik als Belastungsfaktoren. Gerade in dieser Situation profitiere das Unternehmen von konsequenten Effizienzmaßnahmen und Investitionen in strategische Wachstumsregionen. Die Kapazitäten wurden an die veränderten Volumina angepasst, und durch strukturelle Kostensenkungen konnte die Ertragskraft verbessert werden.
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Investitionen in den Nahen Osten und Gesundheitslogistik
Im Rahmen seiner Strategie 2030 investiert der Konzern weiter gezielt in organisches und anorganisches Wachstum. Ein Schwerpunkt liegt im Nahen Osten: Bis 2030 sollen mehr als 500 Millionen Euro in Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate fließen. Auch in der Pharmalogistik wurde mit der Übernahme des Kurierdienstleisters CRYOPDP sowie dem Ausbau des Pharma-Hubs in Florstadt investiert. Weitere Akquisitionen wie IDS Fulfillment in den USA und eine Partnerschaft mit Evri im Vereinigten Königreich stärken das E-Commerce-Geschäft.
Uneinheitliche Entwicklung in den Geschäftsbereichen
Die Geschäftsfelder entwickelten sich unterschiedlich. DHL Express konnte trotz eines Umsatzrückgangs das EBIT durch Kosteneinsparungen und Preisanpassungen um 6,9 Prozent steigern. Im Bereich Global Forwarding, Freight hingegen sank das operative Ergebnis um knapp 30 Prozent – insbesondere aufgrund sinkender Seefrachtvolumen und schwacher Nachfrage im europäischen Straßengüterverkehr.
DHL Supply Chain erzielte ein EBIT-Wachstum von über 24 Prozent, unterstützt durch Digitalisierung, Automatisierung und M&A-Effekte, darunter die vollständige Übernahme des ASMO Joint Ventures. Der E-Commerce-Bereich litt unter konjunkturell bedingt langsamerem Wachstum und höheren Investitionen, wodurch das EBIT um 16,1 Prozent sank. In Deutschland konnte die Sparte Post & Paket das Ergebnis mit einem EBIT-Zuwachs von 28 Prozent stabilisieren, trotz rückläufiger Briefmengen und wachsender Personalkosten.
Jahresprognose bestätigt
Trotz anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheiten hält die DHL Group an ihrer Jahresprognose fest. Erwartet werden weiterhin ein EBIT von mindestens 6 Milliarden Euro und ein Free Cashflow (ohne M&A) von etwa 3 Milliarden Euro. Der Konzern verweist dabei ausdrücklich auf mögliche Risiken durch weitere geopolitische Eskalationen, die in der aktuellen Planung noch nicht berücksichtigt sind.


