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Digitalkompetenz an Schulen: Jede dritte Lehrkraft fürchtet Anschlussverlust

Lehrer beim Streamen im Klassenzimmer
Symbolbild - Foto: Pexels

Key takeaways

➟ Über 60 Prozent der Lehrkräfte halten laut einer Umfrage ihre digitalen Fähigkeiten für gut oder sehr gut. Gleichzeitig wächst die Sorge, mit dem technischen Wandel nicht Schritt zu halten – vor allem bei KI.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Deutschlands Lehrkräfte schätzen ihre Fähigkeiten im digitalen Unterricht überwiegend positiv ein. In einer repräsentativen Bitkom-Befragung bewerteten 64 Prozent ihre Digitalkompetenz als gut oder sehr gut. Im Durchschnitt vergaben sie sich die Schulnote 2,3. Gleichzeitig befürchten 32 Prozent, mit der schnellen technologischen Entwicklung künftig nicht mehr Schritt halten zu können.

Für die Untersuchung befragte der Digitalverband Bitkom 501 Lehrkräfte der Sekundarstufen I und II. Die Ergebnisse zeigen, dass digitale Anwendungen im Schulalltag zwar zunehmend selbstverständlich werden, der Bedarf an kontinuierlicher Weiterbildung jedoch hoch bleibt.

Lehrkräfte bewerten eigene Digitalkompetenz besser als Schüler

Die Selbsteinschätzung der Lehrkräfte fällt deutlich positiver aus als die Bewertung durch ihre Schülerschaft. In einer Bitkom-Erhebung aus dem Jahr 2025 hatten Schülerinnen und Schüler die digitalen Fähigkeiten ihrer Lehrkräfte durchschnittlich mit der Note 2,9 bewertet.

Zugleich fühlen sich 21 Prozent der befragten Lehrkräfte häufig unsicher, weil ihre Schülerinnen und Schüler mit neuen Technologien teilweise besser vertraut erscheinen.

Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst betont deshalb, dass digitale Fähigkeiten regelmäßig aktualisiert werden müssten. Schulen benötigten niedrigschwellige Möglichkeiten, neue Anwendungen kennenzulernen und im Unterricht praktisch einzusetzen.

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Jugendschutz steht bei Fortbildungswünschen an erster Stelle

Besonders groß ist das Weiterbildungsinteresse beim Schutz junger Menschen im Internet. 41 Prozent der Lehrkräfte möchten ihr Wissen über Themen wie Cybermobbing und Cybergrooming vertiefen.

Weitere 32 Prozent interessieren sich für pädagogische Methoden des digitalen Lernens. Fortbildungen zu Lernsoftware und Bildungsapps wünschen sich 31 Prozent.

Auch digitale Anwendungen für Unterrichtsplanung, Organisation und Leistungsbewertung sind gefragt. In diesem Bereich sehen 29 Prozent zusätzlichen Qualifizierungsbedarf.

Jede vierte Lehrkraft möchte mehr über KI lernen

Künstliche Intelligenz gehört ebenfalls zu den relevanten Weiterbildungsthemen. 27 Prozent der befragten Lehrkräfte möchten ihre Kenntnisse über KI-Anwendungen erweitern.

Bei Urheberrecht und Datenschutz liegt der Anteil bei 25 Prozent. Technische Grundlagen, beispielsweise die Bedienung digitaler Geräte und Programme, interessieren 20 Prozent.

Allerdings besteht nicht bei allen Lehrkräften Bereitschaft zur zusätzlichen Qualifizierung. 16 Prozent erklärten, dass sie sich zu keinem digitalen Thema weiterbilden möchten.

Die Ergebnisse verdeutlichen unterschiedliche Prioritäten: Während einige Lehrkräfte vor allem pädagogische und rechtliche Fragen vertiefen wollen, interessieren sich andere stärker für neue Technologien und praktische Unterrichtswerkzeuge.

78 Prozent unterstützen verpflichtende Digitalfortbildungen

Eine deutliche Mehrheit der Lehrkräfte spricht sich für verbindliche Weiterbildungsangebote aus. Insgesamt 78 Prozent befürworten regelmäßige verpflichtende Fortbildungen zu digitalen Themen und Unterrichtsmethoden.

Bitkom fordert, entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen dauerhaft in der Lehrkräfteausbildung und im Schulbetrieb zu verankern. Digitale Kompetenzen sollten bereits während des Studiums und Referendariats vermittelt und anschließend berufsbegleitend weiterentwickelt werden.

Nach Einschätzung des Verbands sind dafür praxisorientierte Angebote und feste Zeitkontingente notwendig. Nur so könnten Lehrkräfte mit neuen Technologien Schritt halten und diese sinnvoll in den Unterricht integrieren.

Digitalisierung erfordert kontinuierliche Qualifizierung

Die Befragung zeigt eine grundsätzlich positive Ausgangslage für den digitalen Unterricht. Gleichzeitig besteht eine erkennbare Diskrepanz zwischen der eigenen Kompetenzbewertung und den Sorgen über den technologischen Fortschritt.

Besonders die zunehmende Verbreitung von KI-Anwendungen stellt Schulen vor neue Anforderungen. Neben technischen Fähigkeiten gewinnen Fragen des Datenschutzes, der Medienbildung und des verantwortungsvollen Technologieeinsatzes an Bedeutung.

Mit der breiten Zustimmung zu verpflichtenden Fortbildungen signalisiert ein großer Teil der Lehrkräfte Bereitschaft zur kontinuierlichen Qualifizierung. Entscheidend wird sein, entsprechende Angebote dauerhaft und praxisnah in den Schulalltag einzubinden.

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