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HDE: Innenstädte unter Druck – 4900 Geschäfte verschwinden bis Jahresende

Closed Shild als Symbol für Insolvenzen
Foto: Pixabay

Key takeaways

Der deutsche Einzelhandel verliert 2026 voraussichtlich 4900 Geschäfte. Innenstädte geraten zunehmend unter Druck, Leerstände nehmen zu. Der HDE warnt vor kritischen Kipppunkten und fordert politische Maßnahmen sowie neue Konzepte, um den stationären Handel zu stabilisieren und Stadtzentren lebendig zu halten.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der Einzelhandel in Deutschland steht vor einem weiteren schwierigen Jahr. Nach aktuellen Berechnungen des Handelsverbandes Deutschland (HDE) wird die Zahl der Geschäfte 2026 netto um rund 4900 sinken – trotz bereits eingerechneter Neueröffnungen. Damit setzt sich ein seit Jahren anhaltender Negativtrend fort, der zunehmend die Substanz vieler Innenstädte gefährdet.

Kontinuierlicher Rückgang verschärft Lage

Seit einem Jahrzehnt verliert der stationäre Handel jährlich tausende Standorte. Besonders drastisch fiel der Einbruch während der Corona-Pandemie aus, als zeitweise mehr als 11.000 Geschäfte pro Jahr verschwanden. Doch auch nach dieser Phase bleibt die Entwicklung angespannt. Bereits 2025 lag das Minus bei rund 4500 Läden.

Bis Ende 2026 dürfte die Gesamtzahl der Geschäfte laut HDE auf etwa 296.600 sinken. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren existierten in Deutschland noch rund 366.800 stationäre Einzelhandelsstandorte.

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Innenstädte geraten an kritische Kipppunkte

Mit jedem geschlossenen Geschäft wächst die Gefahr zunehmender Leerstände. Diese wirken sich nicht nur auf das Stadtbild aus, sondern schwächen auch die Attraktivität der Innenstädte insgesamt. Der Handel gilt weiterhin als zentraler Besuchsanlass für Stadtzentren – fällt er weg, geraten ganze Quartiere unter Druck.

Branchenvertreter warnen daher vor einer schleichenden Gewöhnung an den Rückgang. In vielen Städten sei die kritische Schwelle bereits erreicht oder stehe kurz bevor.

Mittelstand besonders betroffen

Vor allem kleinere und mittelständische Händler leiden unter den aktuellen Rahmenbedingungen. Eine schwache Konsumstimmung, steigende Kosten für Energie und Personal sowie hohe Abgaben belasten die Betriebe zunehmend.

Der HDE fordert daher politische Maßnahmen zur Entlastung. Dazu zählen unter anderem niedrigere Energiekosten, eine Senkung der Stromsteuer sowie eine Begrenzung der Lohnnebenkosten. Gleichzeitig seien auch Vermieter gefragt, stärker auf flexible, umsatzabhängige Mietmodelle zu setzen, um Leerstände zu vermeiden.

Appell an Politik und Kommunen

Um die Innenstädte zu stabilisieren, sieht der Verband insbesondere Bund, Länder und Kommunen in der Verantwortung. Investitionen in attraktive, saubere und sichere Stadtzentren seien entscheidend, um Kunden zurückzugewinnen.

Darüber hinaus fordert der HDE bessere steuerliche Anreize, um private Investitionen in die Aufwertung von Innenstädten zu fördern. Öffentliche Mittel allein würden nicht ausreichen, um die strukturellen Probleme zu lösen.

Zukunft der Innenstädte auf dem Prüfstand

Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, dass sich der stationäre Handel in einem tiefgreifenden Strukturwandel befindet. Ohne spürbare Verbesserungen der Rahmenbedingungen droht sich der Negativtrend weiter zu beschleunigen.

Die Entwicklung der kommenden Jahre wird entscheidend dafür sein, ob es gelingt, die Innenstädte als lebendige Wirtschafts- und Begegnungsräume zu erhalten – oder ob sich der Rückzug des Handels weiter verstärkt.

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