Die Einzelhandelsumsätze in Deutschland sind im Juni 2026 zurückgegangen. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sank der kalender- und saisonbereinigte Umsatz gegenüber dem Vormonat real um 1,1 Prozent und nominal um 1,2 Prozent. Damit folgt auf den Zuwachs im Mai eine erneute Abschwächung der Konsumdynamik.
Rückgang nach starkem Mai
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein gemischtes Bild. Real lagen die Umsätze im Juni um 0,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats, nominal hingegen um 1,2 Prozent darüber. Zuvor hatte der Mai – nach Revision – noch ein deutliches Plus verzeichnet, was den aktuellen Rückgang umso stärker ins Gewicht fallen lässt.
Im gesamten ersten Halbjahr 2026 ergibt sich dennoch ein moderates Wachstum: Real stiegen die Umsätze um 0,7 Prozent, nominal um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
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Lebensmittelhandel mit deutlichem Minus
Besonders ausgeprägt war der Rückgang im Lebensmitteleinzelhandel. Hier sanken die Umsätze im Juni gegenüber dem Vormonat real um 1,4 Prozent und nominal um 1,7 Prozent. Auch im Jahresvergleich zeigt sich eine schwache Entwicklung mit einem realen Minus von 0,6 Prozent bei nahezu stagnierenden nominalen Umsätzen.
Die Zahlen deuten darauf hin, dass die Konsumzurückhaltung im Bereich der täglichen Bedarfe anhält.
Nicht-Lebensmittel ebenfalls rückläufig
Auch im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln ging der Umsatz im Juni zurück. Gegenüber dem Vormonat verzeichnete der Sektor sowohl real als auch nominal ein Minus von 1,0 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich jedoch ein leicht positives Bild: Real stiegen die Umsätze um 0,2 Prozent, nominal um 1,7 Prozent. Damit bleibt der Bereich stabiler als der Lebensmittelhandel.
Onlinehandel wächst weiter
Eine gegenläufige Entwicklung zeigt sich im Internet- und Versandhandel. Hier konnten die Umsätze im Juni gegenüber dem Vormonat real um 0,4 Prozent und nominal um 0,7 Prozent gesteigert werden.
Noch deutlicher fällt das Wachstum im Jahresvergleich aus: Real legte der Onlinehandel um 4,9 Prozent zu, nominal um 6,3 Prozent. Damit bleibt der E-Commerce einer der wichtigsten Wachstumstreiber im Einzelhandel.
Sondereffekte bei Tankstellenumsätzen
Auffällig entwickelte sich erneut der Tankstellensektor, der stark von externen Faktoren beeinflusst wurde. Im Juni stiegen die realen Umsätze gegenüber dem Vormonat um 2,1 Prozent, während die nominalen Umsätze um 1,5 Prozent zurückgingen.
Im Jahresvergleich ergibt sich ein gegensätzliches Bild: Real sanken die Umsätze um 2,1 Prozent, nominal stiegen sie hingegen um 7,2 Prozent. Hintergrund sind unter anderem die Auswirkungen des Nahostkonflikts sowie politische Maßnahmen wie der zeitlich befristete Tankrabatt.
Die aktuellen Zahlen zeigen insgesamt eine weiterhin volatile Entwicklung im Einzelhandel. Während einzelne Segmente wie der Onlinehandel wachsen, bleibt die Konsumstimmung in vielen Bereichen gedämpft und reagiert sensibel auf wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen.






