Die hohen Energiekosten entwickeln sich zunehmend zu einem zentralen Standortnachteil für die deutsche Wirtschaft. Das Energiewende-Barometer 2026 der IHK-Organisation zeigt, dass viele Unternehmen an ihre Belastungsgrenze stoßen und Investitionen sowie Produktionsentscheidungen zunehmend unter Kostendruck stehen.
Energiekosten belasten Unternehmen massiv
In den vergangenen zwölf Monaten sind die Energiekosten für viele Betriebe weiter gestiegen. 49 Prozent der Unternehmen berichten von höheren Strompreisen, bei Wärmeenergie wie Gas oder Fernwärme liegt der Anteil sogar bei 67 Prozent. Entsprechend verschlechtert sich auch die Bewertung der Energiewende: Der Barometerwert liegt 2026 bei minus 11,48 Punkten und damit wieder klar im negativen Bereich.
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Industrie und Handel besonders betroffen
Vor allem energieintensive Branchen reagieren kritisch. Sowohl Industrie als auch Handel erreichen jeweils einen negativen Wert von minus 22 Punkten. In der Industrie schlagen die hohen Energiekosten direkt auf die Produktion durch, während im Handel zusätzlich steigende Transport- und Logistikkosten sowie eine schwächere Nachfrage belasten.
Investitionen geraten unter Druck
Die steigenden Kosten wirken sich zunehmend auf Investitionsentscheidungen aus. Rund ein Drittel der Unternehmen verschiebt Investitionen in ihre Kernprozesse, während ein Viertel geplante Ausgaben für Klimaschutzmaßnahmen zurückstellt. Auch Forschung und Innovation sind betroffen: 16 Prozent der Betriebe verschieben entsprechende Investitionen. Besonders ausgeprägt ist die Zurückhaltung in der Industrie, wo 35 Prozent Investitionen in zentrale Prozesse aufschieben.
Wettbewerbsfähigkeit sinkt deutlich
Mehr als 40 Prozent der Unternehmen sehen ihre Wettbewerbsfähigkeit durch die Energiekosten beeinträchtigt, in der Industrie gilt dies sogar für rund zwei Drittel der Betriebe. Gleichzeitig berichten viele Unternehmen von sinkender Nachfrage und wachsender Planungsunsicherheit. Die Kombination aus hohen Kosten und unsicheren Rahmenbedingungen erschwert langfristige strategische Entscheidungen erheblich.
Produktion verlagert sich ins Ausland
Die Folgen zeigen sich zunehmend in der Standortpolitik der Unternehmen. Rund 20 Prozent beschäftigen sich mit der Verlagerung von Investitionen oder Produktionskapazitäten ins Ausland oder haben entsprechende Maßnahmen bereits umgesetzt, wie die DIHK in einem ergänzenden Statement betont. In der Industrie liegt dieser Anteil bei etwa 40 Prozent, bei großen Unternehmen sogar bei rund 60 Prozent. Die Ergebnisse deuten auf eine schleichende Deindustrialisierung hin.
Unternehmen fordern strukturelle Maßnahmen
Die Betriebe sprechen sich klar für politische Maßnahmen aus, die die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Dazu zählen insbesondere eine Senkung von Steuern und Abgaben auf Strom, ein beschleunigter Ausbau der Energieinfrastruktur sowie verlässliche Rahmenbedingungen. Gleichzeitig stoßen zusätzliche Belastungen, etwa durch steigende CO₂-Preise, auf breite Ablehnung.






