Die EU treibt die Reform ihrer Vorschriften für ökologische Produkte voran. Mit breiter Mehrheit hat der Agrarausschuss des Europäischen Parlaments gestern neue Maßnahmen beschlossen, die sowohl die Wettbewerbsbedingungen als auch das Vertrauen der Verbraucher in Bio-Produkte stärken sollen.
Strengere Regeln für Bio-Importe
Ein zentraler Punkt der Reform betrifft Produkte aus Nicht-EU-Ländern. Künftig dürfen diese nur dann das EU-Bio-Logo tragen, wenn sie gleichwertige Standards erfüllen und zusätzliche Anforderungen bei Produktion und Kontrolle einhalten. Ziel ist es, gleiche Wettbewerbsbedingungen für europäische und internationale Anbieter zu schaffen und die Glaubwürdigkeit des Bio-Siegels zu sichern.
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Entlastung kleiner Betriebe
Gleichzeitig sollen kleinere Anbieter stärker unterstützt werden. Für Betriebe, die unverpackte Bio-Produkte direkt an Verbraucher verkaufen, werden die Schwellenwerte für Ausnahmen von der Zertifizierung angehoben. Damit reagiert die EU auf gestiegene Preise, die viele kleinere Produzenten bislang aus den bestehenden Regelungen gedrängt hatten.
Anpassungen in der Tierhaltung
Auch im Bereich der Tierhaltung sind Änderungen vorgesehen. Neue Vorgaben für Geflügelhaltung und Zugang zu Außenflächen sollen administrative und logistische Hürden reduzieren, ohne die Qualitätsstandards grundlegend zu verändern. Damit will die EU die Umsetzung der Bio-Vorgaben praxisnäher gestalten.
Ziel: Vertrauen und Wettbewerbsfähigkeit stärken
Die Reform verfolgt das Ziel, den Bio-Sektor langfristig stabil aufzustellen. Neben der Sicherung hoher Qualitätsstandards steht insbesondere der Schutz vor unfairer Konkurrenz aus Drittstaaten im Fokus. Gleichzeitig sollen klare Regeln und vereinfachte Verfahren die Marktteilnehmer entlasten.
Nächste Schritte im Gesetzgebungsverfahren
Nach der Abstimmung im Ausschuss beginnen nun Verhandlungen mit dem EU-Rat über die endgültige Ausgestaltung der Vorschriften. Eine Einigung wird bis Ende 2026 angestrebt, da bestehende Regelungen für Bio-Importe auslaufen. Die Reform ist auch eine Reaktion auf ein Gerichtsurteil, das die Nutzung des EU-Bio-Logos für bestimmte Importprodukte eingeschränkt hatte.




