Die Europäische Union hat im Jahr 2025 einen Warenhandelsüberschuss von 128 Milliarden Euro erzielt und liegt damit leicht unter dem Vorjahreswert. Trotz des Rückgangs bleibt die EU im internationalen Handel weiterhin klar im Plus.
Leichter Rückgang im Jahresvergleich
Im Vergleich zu 2024 sank der Überschuss laut Eurostat um acht Milliarden Euro. Damit setzt sich eine Phase stabiler, aber leicht rückläufiger Handelsüberschüsse fort. Seit 2015 verzeichnete die EU in nahezu allen Jahren einen positiven Saldo – mit Ausnahme von 2022, als hohe Energieimporte zu einem Defizit führten.
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Industrieexporte bleiben zentrale Stütze
Der positive Handelssaldo wird weiterhin maßgeblich durch starke Exportbranchen getragen. Besonders Maschinen, Fahrzeuge sowie chemische Erzeugnisse sorgen für hohe Überschüsse und gleichen Defizite in anderen Bereichen aus.
Die chemische Industrie konnte ihren Überschuss im Vergleich zu 2015 sogar verdoppeln und zählt damit zu den wichtigsten Wachstumstreibern im Außenhandel. Auch im Bereich Lebensmittel und Getränke sowie bei sonstigen Waren legte der Überschuss zu.
Energieimporte belasten Handelsbilanz
Gleichzeitig bleibt der Energiesektor der größte Belastungsfaktor. Das Defizit in diesem Bereich ist über die vergangenen Jahre deutlich gestiegen und erreichte 2025 nahezu 300 Milliarden Euro. Schwankende Energiepreise haben dabei erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der gesamten Handelsbilanz.
Verschiebungen in einzelnen Warengruppen
Während einige Sektoren deutliche Zugewinne verzeichnen, hat sich die Situation bei anderen Industriegütern verschlechtert. Hier wandelte sich ein früherer Überschuss in ein klares Defizit, was strukturelle Veränderungen im globalen Wettbewerb widerspiegelt.
USA wichtigster Exportmarkt
Die Vereinigten Staaten bleiben der wichtigste Handelspartner auf der Exportseite. Rund ein Fünftel aller EU-Ausfuhren entfiel 2025 auf den US-Markt, mit weiter steigender Tendenz. Auch das Vereinigte Königreich und die Schweiz zählen zu den wichtigsten Abnehmern europäischer Waren.
China dominiert Importseite
Auf der Importseite bleibt China der bedeutendste Partner. Mehr als ein Fünftel aller Einfuhren stammt aus der Volksrepublik. Dahinter folgen die USA und das Vereinigte Königreich.
Stabilität trotz globaler Unsicherheiten
Insgesamt zeigt sich die EU-Handelsbilanz trotz geopolitischer Spannungen und volatiler Energiepreise robust. Der leichte Rückgang des Überschusses verdeutlicht jedoch, wie stark externe Faktoren – insbesondere im Energiesektor – die Handelsentwicklung beeinflussen.


