Die Europäische Kommission hat eine Geldbuße in Höhe von 200 Millionen Euro gegen die Plattform Temu verhängt. Grund ist laut der heute veröffentlichten Mitteilung ein Verstoß gegen den Digital Services Act (DSA), insbesondere bei der Bewertung und Eindämmung systemischer Risiken durch illegale Produkte.
Mängel bei Risikobewertung und Verbraucherschutz
Nach Einschätzung der Kommission hat Temu die Risiken illegaler Produkte auf seiner Plattform unzureichend analysiert. Die vorgelegten Bewertungen basierten demnach zu stark auf allgemeinen Branchendaten und nicht auf konkreten Erkenntnissen aus dem eigenen Angebot. Zudem wurde das tatsächliche Risiko für Verbraucher deutlich unterschätzt.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Sicherheitsrisiken bei Produkten nachgewiesen
Untersuchungen, darunter sogenannte Mystery-Shopping-Tests, zeigen erhebliche Sicherheitsprobleme. Ein hoher Anteil getesteter Produkte – etwa Ladegeräte und Babyspielzeug – erfüllte grundlegende Sicherheitsstandards nicht oder wies gesundheitsgefährdende Eigenschaften auf. Dies deutet laut Kommission auf strukturelle Defizite im Plattformmanagement hin.
Plattformdesign verstärkt Risiken
Kritik richtet sich auch gegen die Funktionsweise der Plattform selbst. Empfehlungssysteme und Influencer-getriebene Produktvermarktung könnten die Verbreitung problematischer Produkte zusätzlich begünstigen. Temu habe diese Effekte in seiner Risikobewertung nicht ausreichend berücksichtigt.
Frist für Maßnahmen bis August 2026
Temu muss nun bis Ende August 2026 einen Maßnahmenplan vorlegen, um die festgestellten Verstöße zu beheben. Andernfalls drohen weitere Sanktionen, etwa in Form von Zwangsgeldern. Die Kommission will die Umsetzung eng begleiten und die Einhaltung der DSA-Vorgaben sicherstellen.




