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EUDI: Digitale Identitätswallet bekommt Rückenwind aus Deutschland

Personalausweis mit eID Lesegeraet
Foto: Reiner Sct / Pexels

Key takeaways

Bitkom, das Digitalministerium und über 75 Unternehmen haben ein Memorandum zur Einführung der EUDI-Wallet unterzeichnet. Die digitale Identitätslösung soll Ausweise, Verträge und Nachweise sicher verwalten. Die Mehrheit der Unternehmen zeigt Interesse – der breite Rollout soll 2026 erfolgen, mit Pilotprojekten bereits in diesem Jahr.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Einführung der europäischen digitalen Identitäts-Wallet (EUDI-Wallet) nimmt in Deutschland Fahrt auf. Beim Gipfel zur digitalen Souveränität in Berlin unterzeichneten mehr als 75 Unternehmen gemeinsam mit dem Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung sowie dem Digitalverband Bitkom ein Memorandum of Understanding zur beschleunigten Umsetzung. Ziel ist es, die digitale Brieftasche zügig in der Wirtschaft zu verankern und als europaweiten Standard zu etablieren.

Digitale Infrastruktur für Ausweise, Zeugnisse und Verträge

Mit der EUDI-Wallet sollen Bürger künftig Dokumente wie Ausweise, Führerscheine oder Versicherungsnachweise sicher auf dem Smartphone speichern und teilen können. Auch Schulungszertifikate, Kaufverträge oder Zeugnisse lassen sich darin digital verwalten. Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst betont den europäischen Anspruch der Initiative: „Die EUDI-Wallet ist mehr als eine App – sie schafft eine digitale Infrastruktur für Identität, Verifikation und Rechtsverkehr über Grenzen hinweg.“

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Wirtschaftlicher Rückhalt und politisches Commitment

Laut einer Bitkom-Umfrage befürworten 82 Prozent der Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten den Einsatz der EUDI-Wallet. 75 Prozent wollen allerdings zunächst abwarten, wie sich die Technologie bewährt. Lediglich 4 Prozent der interessierten Unternehmen haben bereits mit der Implementierung begonnen, weitere 4 Prozent planen dies noch für dieses Jahr. Der Großteil will 2026 aktiv werden.

Vielfältige Einsatzszenarien denkbar

Die Wallet wird primär zur Identitätsprüfung (71 Prozent) und als sicheres Login-Tool (63 Prozent) in digitalen Anwendungen gesehen. Jeder zweite Betrieb plant, damit digitale Nachweise entgegenzunehmen, etwa zur Berufsqualifikation. 43 Prozent wollen über die Wallet auch Verträge unterzeichnen lassen. Für die Ausgabe eigener digitaler Nachweise – z. B. Mitarbeiterausweise – interessieren sich 34 Prozent der Firmen.

Politik setzt auf Nutzen und Zusammenarbeit

Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger sieht in der EUDI-Wallet einen zentralen Baustein für mehr digitale Souveränität und Bürgernähe: „Es geht darum, echte Mehrwerte zu schaffen. Die enge Kooperation mit der Wirtschaft sorgt für Planungssicherheit auf beiden Seiten.“ Das Ministerium kündigte an, Rückmeldungen aus der Wirtschaft in die Umsetzungsstrategie einfließen zu lassen.

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