Der europäische Einzelhandel ist mit einem verhaltenen Jahresauftakt in das Jahr 2026 gestartet. Nach aktuellen Erstschätzungen von Eurostat ging das volumenbasierte, saisonbereinigte Einzelhandelsergebnis im Euroraum gegenüber Dezember 2025 um 0,1 Prozent zurück, während die EU insgesamt ein geringfügiges Plus von 0,1 Prozent verzeichnete. Noch im Dezember hatte der Euroraum ein Wachstum von 0,2 Prozent erzielt; in der EU stagnierte der Handel zum Jahresende.
Im Jahresvergleich zeigt sich jedoch ein deutlich dynamischeres Bild: Gegenüber Januar 2025 legte das kalenderbereinigte Handelsvolumen im Euroraum um 2,0 Prozent und in der EU sogar um 2,3 Prozent zu. Damit bleibt der strukturelle Trend trotz kurzfristiger Schwankungen positiv.
Unterschiede nach Warengruppen
Im Euroraum entwickelte sich der Lebensmittelhandel im Monatsvergleich leicht positiv und stieg um 0,3 Prozent. Dagegen sank der Absatz bei Nicht-Lebensmitteln ohne Kraftstoffe um 0,2 Prozent, während der Handel mit Kraftstoffen in spezialisierten Geschäften um 1,1 Prozent zurückging. Auf EU-Ebene zeigte sich ein ähnliches Muster: Lebensmittel legten um 0,4 Prozent zu, Nicht-Lebensmittel sanken um 0,1 Prozent, Kraftstoffe um 1,0 Prozent. Die Zahlen deuten darauf hin, dass Konsumentinnen und Konsumenten zu Jahresbeginn vor allem bei nicht-essenziellen Einkäufen zurückhaltender waren.
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Deutliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten
Die landesspezifischen Entwicklungen fielen im Monatsvergleich erneut sehr unterschiedlich aus. Estland meldete mit einem Plus von 4,4 Prozent den stärksten Anstieg, gefolgt von Lettland mit 2,8 Prozent und Portugal mit 2,0 Prozent. Auf der anderen Seite standen kräftige Rückgänge: Die Slowakei verzeichnete ein Minus von 3,5 Prozent, Slowenien einen Rückgang von 1,9 Prozent und Kroatien von 1,3 Prozent. Diese Spannbreite verdeutlicht die weiterhin uneinheitliche Konsumdynamik innerhalb der EU.
Jahresvergleich zeigt breites Wachstum
Im Jahresvergleich fielen die Ergebnisse durchweg positiver aus. Im Euroraum legte der Lebensmittelhandel um 1,4 Prozent zu, Nicht-Lebensmittel stiegen um 2,4 Prozent, und Kraftstoffe erhöhten sich um 0,7 Prozent. In der EU waren die Zuwächse über alle Segmente hinweg noch etwas stärker: Lebensmittel stiegen um 1,3 Prozent, Nicht-Lebensmittel um 2,9 Prozent und Kraftstoffe um 2,0 Prozent. Die stärksten Jahreszuwächse im Gesamtvolumen meldeten Luxemburg mit einem außergewöhnlich hohen Plus von 24,7 Prozent, gefolgt von Litauen mit 9,3 Prozent und Estland mit 8,7 Prozent. Rückgänge wurden dagegen in der Slowakei (–3,1 Prozent) und Slowenien (–1,5 Prozent) registriert.
Fazit
Der europäische Einzelhandel zeigt zu Jahresbeginn ein gemischtes Bild: kurzfristige Schwäche, aber solide Jahresdynamik. Insbesondere der Bereich Nicht-Lebensmittel bleibt volatil, während Lebensmittel und Kraftstoffe stabilisierend wirken. Die deutlichen Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten spiegeln die heterogenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der EU wider.


