Visa erweitert sein internationales Zahlungsnetzwerk um eine neue Finanzierungsmöglichkeit auf Stablecoin-Basis. Wie der US-Zahlungsdienstleister vor dem Wochenende mitteilte, geht die im vergangenen Jahr erprobte Technologie bei Visa Direct erstmals in den kommerziellen Betrieb über. Der Zahlungsinfrastrukturanbieter Inyo Global ermöglicht berechtigten Geschäftskunden künftig, grenzüberschreitende Auszahlungen mithilfe des an den US-Dollar gekoppelten Stablecoins USDC vorzufinanzieren.
Inyo Global integriert Stablecoins in Zahlungsplattform
Als erster Technologiepartner hat Inyo Global die neue Funktion in seine bestehende Zahlungsinfrastruktur eingebunden. Das Unternehmen bietet Zahlungsdienstleistern, Fintechs und Banken eine Plattform zur Abwicklung nationaler und internationaler Transaktionen. Über Visa Direct können angeschlossene Unternehmen Auszahlungen in mehr als 180 Ländern veranlassen.
Mit der Integration von USDC lassen sich die dafür benötigten Mittel nahezu in Echtzeit bereitstellen. Die Finanzierung ist damit weniger von den üblichen Zeitfenstern traditioneller Bankensysteme abhängig.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Grenzüberschreitende Zahlungen flexibler finanzieren
Im Mittelpunkt steht zunächst die Vorfinanzierung internationaler Auszahlungen. Unternehmen können Stablecoins einsetzen, um die für anschließende Zahlungsvorgänge erforderliche Liquidität bereitzustellen. Nach Angaben von Visa soll dies die Verwaltung von Zahlungsströmen erleichtern und die Abhängigkeit von herkömmlichen Abwicklungszeiten reduzieren.
Inyo Global integriert die Funktion in seine vorhandenen Programmierschnittstellen. Kunden können sie somit über dieselbe technische Anbindung nutzen, die bereits für andere Zahlungsdienste eingesetzt wird.
Visa überführt Pilotprojekte in den Regelbetrieb
Visa hatte 2025 erste Pilotprogramme für die Vorfinanzierung und Auszahlung mit Stablecoins gestartet. Dabei untersuchte das Unternehmen, wie sich blockchainbasierte Technologien in bestehende internationale Zahlungsprozesse einbinden lassen.
Mit Inyo Global folgt nun die erste kommerzielle Umsetzung der Stablecoin-Vorfinanzierung.
Visa betont, dass die neue Lösung die bestehende Zahlungsinfrastruktur ergänzen soll. Der Konzern will damit die Vorteile digitaler Vermögenswerte mit der Reichweite und den Sicherheitsmechanismen seines internationalen Netzwerks verbinden.
Weitere Einsatzmöglichkeiten geplant
Die Einführung richtet sich zunächst an berechtigte Geschäftskunden und Partner von Visa Direct. Angaben zu Transaktionsvolumen, Gebühren oder konkreten Einsparungen machte Visa nicht. Der Zahlungsdienstleister plant, Stablecoin-basierte Funktionen gemeinsam mit weiteren Partnern auf zusätzliche Anwendungsbereiche auszuweiten.
Für international tätige Handelsunternehmen und Zahlungsdienstleister könnte die Technologie insbesondere bei der kurzfristigen Bereitstellung von Liquidität für grenzüberschreitende Auszahlungen interessant werden.



