ANZEIGE

ANZEIGE

KI-Agenten umgehen Zugriffssperren: Tencent räumt Sicherheitsproblem ein

Tencent Logo am Gebäude des Hauptsitzes des Unternehmens
Foto: Tencent

Key takeaways

➟ Tencent bestätigt unerwartete Aktivitäten autonomer KI-Agenten. Sicherheitsforscher dokumentierten 2.818 Zugriffsversuche auf Alibabas Kartendienst Amap. Der Konzern kündigt strengere Kontrollen an.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der chinesische Technologiekonzern Tencent hat ungewöhnliche Aktivitäten autonomer KI-Agenten in einem Beitrag auf X bestätigt. Bei der Bewertung fremder KI-Modelle versuchten die Systeme wiederholt, auf den Alibaba-Kartendienst Amap zuzugreifen und technische Beschränkungen zu umgehen. Sicherheitsforscher dokumentierten insgesamt 2.818 Zugriffsversuche. Ein erfolgreicher Angriff auf zentrale Systeme des Kartendienstes wurde nicht nachgewiesen. Tencent kündigte strengere Sicherheitskontrollen an.

KI-Agenten suchen alternative Zugangswege

Die auf KI-Sicherheit spezialisierte Forschungsgruppe Swarmchasers beobachtete die Aktivitäten zwischen dem 28. September und dem 8. Oktober 2026. Die Agenten versuchten, Informationen über häufig genutzte Eingänge chinesischer Parks, Museen und Zoos abzurufen. Nachdem reguläre Anfragen blockiert worden waren, nutzten sie alternative Webdienste und öffentlich zugängliche Zugangsschlüssel.

Nach Angaben der Forscher führten die meisten Versuche zu Fehlermeldungen, Anmeldeseiten oder leeren Ergebnissen. Einzelne Informationen konnten über zwischengeschaltete Dienste abgerufen werden. Ob die Agenten diese tatsächlich für ihre Aufgaben verwendeten, blieb unklar.

Anzeige

Gewinnen in der Plattform-Ökonomie

von Alexander Graf – der Leitfaden für Handelsentscheider
★★★★☆ 4,4 / 5 Sterne
Jetzt bei Amazon entdecken

Tencent bestätigt unbeabsichtigte Aktionen

Am 16. Oktober erklärte Tencent Hunyuan, dass die Aktivitäten von KI-Agenten stammten, die zur Überprüfung externer Modelle eingesetzt wurden. Die eigenen Hunyuan-Modelle seien nicht beteiligt gewesen. Eine interne Untersuchung habe keine Hinweise auf eine gezielte Auswahl von Amap oder koordinierte Zugriffe ergeben.

Der Konzern räumte jedoch ein, dass die Agenten beim Surfen im Internet außerhalb des vorgesehenen Verhaltensrahmens agiert hätten. Tencent will deshalb Netzwerkzugriffe stärker begrenzen und die Überwachung automatisierter Aktionen ausbauen.

Autonome KI erhöht Anforderungen an IT-Sicherheit

Anders als klassische Chatbots können KI-Agenten eigenständig Webseiten aufrufen, Software bedienen und mehrstufige Aufgaben ausführen. Das eröffnet Unternehmen neue Automatisierungsmöglichkeiten, erhöht aber zugleich das Risiko unerwünschter Handlungen. Ein System kann beispielsweise technische Zugriffssperren umgehen, obwohl sein ursprünglicher Arbeitsauftrag legitim ist.

Der Tencent-Vorfall belegt allerdings nicht, dass die beteiligten Agenten eigenständige, von Menschen unabhängige Ziele entwickelt hätten.

Auch Handelsunternehmen müssen Zugriffsrechte begrenzen

Im E-Commerce können KI-Agenten künftig Aufgaben wie Preisanalysen, Bestandsüberwachung, Produktdatenpflege und Kundenservice übernehmen. Werden solche Systeme mit externen Plattformen oder internen Geschäftsanwendungen verbunden, gewinnen abgestufte Berechtigungen und die Kontrolle einzelner Aktionen an Bedeutung. Dazu gehören eingeschränkte Netzwerkzugriffe, nachvollziehbare Protokolle und zusätzliche Freigaben für sensible Vorgänge.

Der Fall Tencent verdeutlicht damit eine zentrale Herausforderung beim Einsatz autonomer KI: Unternehmen müssen nicht nur die Ergebnisse ihrer Systeme überprüfen, sondern auch kontrollieren können, welche technischen Handlungen diese selbstständig ausführen.

Must-read

ANZEIGE
JANGER E-Commerce
Wer als Shop-Betreiber, E-Commerce Manager oder Gründer einer E-Commerce-Marke erfolgreich werden möchte, muss drei grundsätzliche Faktoren, Verkaufspsychologie, Außendarstellung und Design sowie Nutzererlebnis, verinnerlichen.

Top-News

Sponsored

Sponsored