Der deutsche Fashionmarkt hat sich 2025 trotz anhaltender Konsumzurückhaltung stabil entwickelt. Laut dem neuen Branchenbericht von IFH KÖLN und BBE Handelsberatung erreichte der Markt für Fashion und Accessoires ein Volumen von 58,5 Milliarden Euro und legte damit leicht gegenüber dem Vorjahr zu.
Für 2026 rechnen die Marktforscher mit einem weiteren moderaten Wachstum auf 58,8 Milliarden Euro. Gleichzeitig verändert sich der Markt zunehmend strukturell: Konsumentinnen und Konsumenten kaufen bewusster ein, Trends verschieben sich und digitale Technologien erhöhen den Wettbewerbsdruck.
Konsumzurückhaltung prägt Kaufverhalten
Hohe Inflation sowie politische und wirtschaftliche Unsicherheiten beeinflussen weiterhin das Einkaufsverhalten vieler Menschen. Mehr als die Hälfte der Verbraucher sorgt sich laut Studie darum, den eigenen Lebensstandard langfristig halten zu können.
Die Folge: Anschaffungen werden stärker priorisiert und insbesondere nicht zwingend notwendige Käufe häufiger verschoben. Auch Modekäufe erfolgen zunehmend strategischer und weniger spontan.
Gefragt sind vor allem vielseitig kombinierbare Produkte mit längerem Nutzwert. Gleichzeitig verliert der klassische saisonale Modekauf an Bedeutung.
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Sportbekleidung bleibt Wachstumstreiber
Besonders stark entwickelte sich in den vergangenen Jahren weiterhin das Segment Sportbekleidung. Seit 2019 verzeichnet die Warengruppe ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 4,8 Prozent.
Neben funktionalen Eigenschaften profitiert Sportmode vor allem vom Trend zu Gesundheit, Aktivität und einem sportlich geprägten Lebensstil. Auch Berufsbekleidung entwickelte sich positiv und legte seit 2019 im Durchschnitt um 1,9 Prozent pro Jahr zu.
Dagegen bleibt Kinderbekleidung unter Druck. Sinkende Geburtenzahlen wirken sich zunehmend negativ auf die Nachfrage aus und führen zu rückläufigen Umsätzen.
KI verändert den Modekauf
Zunehmend wichtiger wird im Fashionhandel auch der Einsatz künstlicher Intelligenz. Bereits heute nutzen laut Studie 35 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten KI-Chatbots häufiger als klassische Suchmaschinen oder Plattformen.
KI-gestützte Anwendungen ermöglichen inzwischen umfassende Beratungsangebote – von Stilberatung und Produktempfehlungen bis hin zu virtuellen Anproben. Dadurch steigt insbesondere für stationäre Händler der Wettbewerbsdruck.
Die Studienautoren sehen darin einen zentralen Treiber für die zukünftige Entwicklung des Fashionmarkts.
Trend verschiebt sich Richtung Smart Casual
Auch modisch deutet sich laut Branchenbericht ein Wandel an. Der über Jahre dominierende Fokus auf Casual- und Sportstyles flacht zunehmend ab.
Stattdessen gewinnt der Stil „Smart Casual“ an Bedeutung. Gefragt sind damit stärker kombinierbare Outfits, die sowohl im beruflichen als auch im privaten Alltag funktionieren.
Für Händler und Marken wird es laut IFH und BBE entscheidend sein, ihre Sortimente und Stilwelten stärker auf individuelle Bedürfnisse und flexible Nutzungsszenarien auszurichten.




