Die Hamburger Premium-Modemarke Closed hat einen Insolvenzantrag gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Stefan Denkhaus von der Kanzlei BRL bestellt, wie Textilwirtschaft zuerst berichtet. Das Unternehmen, das vor allem für hochwertige Denim-Mode bekannt ist, geriet zuletzt wirtschaftlich unter Druck. Die finanzielle Lage war offenbar so angespannt, dass Gehälter der rund 350 Mitarbeiter nicht vollständig ausgezahlt wurden.
Banken ziehen Reißleine
Laut dem letzten veröffentlichten Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022/23 setzte Closed über 120 Millionen Euro um und erzielte noch einen kleinen Überschuss von rund einer halben Million Euro. Doch die Folgejahre entwickelten sich offenbar negativ. Gläubigerbanken sperrten schließlich die Kreditlinien – ein klares Zeichen des Misstrauens. Auf Druck der Banken ließ Closed ein Sanierungsgutachten erstellen.
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Desaströses Gutachten mit deutlichen Vorwürfen
Die Unternehmensberatung Enomyc analysierte die Lage und stellte laut dem Bericht erhebliche Defizite fest. Die Finanzdaten von Closed seien nur eingeschränkt vertrauenswürdig. Wiederholt habe das Unternehmen seine Planvorgaben verfehlt. Zusätzlich belasteten eine überdurchschnittlich hohe Gehaltsstruktur und personelle Überkapazitäten die wirtschaftliche Situation, wie auch das Manager Magazin berichtet.
Filialnetz und prominente Kundschaft
Closed betreibt 26 eigene Läden, zehn weitere Filialen befinden sich im europäischen Ausland – etwa auf Mallorca oder in Kitzbühel. Die umsatzstärkste Filiale liegt im Sylter Ort Keitum. Neben dem stationären Handel vertreibt Closed seine Kollektionen auch online und über namhafte Händler wie Breuninger oder Engelhorn.


