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HDE warnt erneut vor Folgen einer Abschaffung von Minijobs

Minijob auf einzelnen Quadraten geschrieben
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

Der HDE warnt vor einer Abschaffung von Minijobs und betont deren Bedeutung für rund 800.000 Beschäftigte. Der CDU-Vorstoß reduziere Nettoentgelt, erhöhe Bürokratie und gehe an Problemen wie steigenden Lohnnebenkosten vorbei.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Trotz der aktuellen Diskussion über eine mögliche Einschränkung oder Abkehr von Minijobs betont der Handelsverband Deutschland (HDE) erneut deren zentrale Bedeutung für den Einzelhandel. Erst im November letzten Jahres warnte der Verband vor den Folgen einer Abschaffung. Auslöser der wiederholten Debatte ist ein Antrag des CDU-Arbeitnehmerflügels vor dem Bundesparteitag. Aus Sicht des Verbandes lenke die Reformidee jedoch von tieferliegenden Problemen wie steigenden Lohnnebenkosten ab.

Bedeutung der Minijobs für die Handelsbranche

Der Einzelhandel beschäftigt weiterhin mehr als 3,1 Millionen Menschen in Deutschland, darunter rund 800.000 in geringfügigen Beschäftigungen. Diese Arbeitsform werde bewusst gewählt, erklärt HDE-Geschäftsführer Steven Haarke. Viele Beschäftigte könnten aufgrund ihrer Lebenssituation kein höheres Stundenvolumen leisten, andere schätzten den finanziellen Vorteil des „brutto für netto“. Zudem seien Minijobs ein wichtiges Flexibilisierungsinstrument, um stark schwankende Kundenfrequenzen und Stoßzeiten zuverlässig abzudecken.

Haarke betont, dass Minijobs gerade in konjunkturell schwierigen Zeiten für beide Seiten attraktiv seien. Die nun angestoßene Debatte verkenne diese Rolle und verschiebe die Aufmerksamkeit weg von ungelösten strukturellen Herausforderungen, insbesondere den hohen und weiter steigenden Lohnnebenkosten.

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Kritik an Reformvorschlägen und Folgen für Beschäftigte

Der Antrag des CDU-Arbeitnehmerflügels sieht vor, auch Kleinstjobs vollständig beitragspflichtig zu machen. Laut HDE würde dies die Nettoentgelte der bisherigen Minijobber spürbar reduzieren, während die daraus entstehenden Ansprüche in den Sozialversicherungen aufgrund des geringen Stundenumfangs nur minimal wären. Gleichzeitig entstünde zusätzliche Bürokratie für Sozialversicherungsträger und Unternehmen.

Für Arbeitgeber, so Haarke, seien Minijobs unverzichtbar, um den flächendeckenden Service zu allen Öffnungszeiten sicherzustellen. Bereits heute unterlägen Unternehmen strengen, bußgeldbewährten Dokumentationspflichten, um Missbrauch vorzubeugen. Eine Reform würde daher weder Beschäftigten noch Betrieben oder Verwaltung echten Mehrwert bieten und laufe ins Leere.

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