IBM und OpenAI haben eine strategische Partnerschaft vereinbart, um den Einsatz künstlicher Intelligenz in großen Unternehmen zu beschleunigen. Im Mittelpunkt stehen komplexe Geschäftsprozesse, die Modernisierung bestehender Anwendungen und die Absicherung von KI-Systemen. Beide Unternehmen planen zudem gemeinsame Vertriebsaktivitäten und branchenspezifische Lösungen.
Adressiert werden unter anderem Finanzdienstleister, Behörden, Telekommunikationsunternehmen und der Handel. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit zentrale Unternehmensfunktionen wie Finanzen, Beschaffung, Kundenservice und Personalwesen erfassen.
OpenAI-Technologie wird in IBM-Plattform integriert
IBM will aktuelle OpenAI-Modelle wie GPT-5.6 sowie Produkte wie Codex und ChatGPT Work in seine Plattform IBM Consulting Advantage einbinden. Diese kombiniert KI-Agenten mit branchenspezifischen Anwendungen und Sicherheitsfunktionen und wird von IBM für Beratungsprojekte eingesetzt.
Mit der Integration sollen Unternehmen bestehende Abläufe analysieren, Schwachstellen und Ineffizienzen erkennen sowie Prozesse stärker automatisieren können. Ein Schwerpunkt liegt darauf, historisch gewachsene IT-Landschaften und fragmentierte Arbeitsabläufe für den Einsatz generativer KI vorzubereiten.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Tausende Spezialisten sollen qualifiziert werden
Für die Umsetzung bei Kunden plant IBM spezialisierte Teams aus Ingenieuren und Beratern, die über das OpenAI Partner Network geschult werden. Diese Einheiten sollen direkt mit Unternehmen zusammenarbeiten und insbesondere komplexe sowie stark regulierte Einsatzbereiche adressieren.
Zusätzlich richtet IBM eine eigene OpenAI Practice ein. Dafür sollen Tausende Berater und Ingenieure weitergebildet und mit fortgeschrittenen Zertifizierungen des Partnerprogramms ausgestattet werden. IBM tritt im Rahmen der Zusammenarbeit außerdem der Elite-Partnerstufe von OpenAI bei.
Fokus auf Softwareentwicklung und Altsysteme
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Modernisierung bestehender Anwendungen. OpenAI Codex und ChatGPT Work sollen dafür mit der Technologie-, Branchen- und Beratungskompetenz von IBM kombiniert werden. Ziel ist es, Entwicklungsprozesse zu vereinfachen und neue digitale Produkte und Dienstleistungen schneller bereitzustellen.
Die Unternehmen wollen KI dabei nicht lediglich als zusätzliche Software einsetzen. Bestehende Prozesse sollen so umgestaltet werden, dass Modelle und KI-Agenten unmittelbar in operative Arbeitsabläufe eingebunden werden können. IBM sieht gerade die Integration in komplexe Unternehmensumgebungen als zentrale Hürde für einen breiteren KI-Einsatz.
Partnerschaft umfasst Cybersicherheit
IBM und OpenAI erweitern zugleich ihre Zusammenarbeit im Bereich Cybersicherheit. IBM beteiligt sich bereits am OpenAI Daybreak Cyber Partner Program. Künftig sollen OpenAI-Modelle mit IBM Autonomous Security verbunden werden, einem auf mehreren KI-Agenten basierenden Sicherheitsangebot.
Damit wollen die Partner Unternehmen sowohl gegen zunehmend KI-gestützte Cyberangriffe unterstützen als auch Risiken beim eigenen Einsatz künstlicher Intelligenz adressieren. Dazu zählen Schwachstellen auf Anwendungsebene, Defizite bei der Governance sowie operative Risiken, die einer breiteren Einführung von KI entgegenstehen können.
Gemeinsame Angebote für mehrere Branchen geplant
Die Partnerschaft verbindet OpenAIs Modelle und Produkte mit IBMs Beratungsorganisation und deren Zugang zu großen Unternehmenskunden. Gemeinsame Angebote sollen insbesondere dort entstehen, wo bestehende IT-Infrastrukturen, regulatorische Anforderungen und komplexe Geschäftsprozesse die Einführung von KI erschweren.
Konkrete finanzielle Angaben zur Kooperation oder verbindliche Umsatzziele nannten die Unternehmen nicht. Die angekündigten Vorhaben zur weiteren Ausgestaltung der Partnerschaft stellen nach Angaben von IBM und OpenAI gegenwärtige Ziele dar und können sich noch ändern.



