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Stellenmarkt stabilisiert sich im August auf niedrigem Niveau

Schuhe mit Jobs und Pfeil nach oben
Foto: Depositphotos

Key takeaways

➟ Nach einem deutlichen Rückgang im Juli zeigt der deutsche Stellenmarkt erste Anzeichen einer Stabilisierung. Besonders Vertrieb, Therapie und Bau entwickeln sich kurzfristig positiv, während Einzelhandel und Kundenservice im Jahresvergleich verlieren.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Der Rückgang am deutschen Stellenmarkt hat sich im August 2026 deutlich abgeschwächt. Der Indeed Arbeitsmarkt Index erreichte 104,3 Punkte und lag saisonbereinigt nur noch 0,2 Prozent unter dem Vormonat. Im Juli war der Index noch um drei Prozent gefallen.

Von einer Erholung kann dennoch keine Rede sein. Gegenüber dem Vorjahresmonat liegt das Stellenangebot neun Prozent niedriger, seit Jahresbeginn beträgt der Rückgang 9,3 Prozent. Der Index liegt damit nur noch gut vier Punkte über dem Stand von Februar 2020 vor Beginn der Corona-Pandemie.

Einzelhandel verzeichnet 20,3 Prozent weniger Stellen

Im Vergleich zum Vorjahr weisen lediglich zwei der 23 von Indeed untersuchten Berufsgruppen ein höheres Stellenangebot auf. Die Therapieberufe führen mit einem Plus von 13,7 Prozent, während das Bauwesen einen Zuwachs von 3,7 Prozent verzeichnet.

Deutlich schwächer entwickelt sich dagegen die Nachfrage in mehreren dienstleistungsorientierten Berufsgruppen. Im Kundenservice sank das Stellenangebot innerhalb eines Jahres um 25,3 Prozent. Der Einzelhandel folgt mit einem Minus von 20,3 Prozent, während Marketing 19,8 Prozent und Reinigungsdienste 18,6 Prozent verloren.

Indeed führt die positive Entwicklung im Gesundheitsbereich auf eine strukturell hohe Nachfrage zurück. Im Bauwesen sieht die Arbeitsmarktökonomin Virginia Sondergeld unter anderem Impulse durch die zusätzlichen Infrastrukturinvestitionen.

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Vertrieb verzeichnet stärksten Monatszuwachs

Im kurzfristigen Vergleich zeigt sich ein etwas freundlicheres Bild. Acht der 23 Berufsgruppen konnten ihr saisonbereinigtes Stellenangebot gegenüber Juli erhöhen. Den stärksten Zuwachs verzeichnete der Vertrieb mit 3,6 Prozent.

Dahinter folgen Therapieberufe mit 2,1 Prozent, Medizintechnik mit 1,5 Prozent und das Bauwesen mit 1,4 Prozent. Im Bereich Handwerk, Technik und Mechanik erhöhte sich das Stellenangebot um ein Prozent. Pädagogik und Bildung verloren dagegen 3,9 Prozent.

Die steigende Nachfrage nach Vertriebskräften wertet Indeed als vorsichtig positives Signal. Unternehmen, die zusätzliche Beschäftigte für den Verkauf suchen, könnten damit auf bessere Absatzmöglichkeiten setzen. Für eine nachhaltige Trendwende reichen die August-Daten nach Einschätzung der Arbeitsmarktexpertin jedoch noch nicht aus.

Softwareentwicklung bleibt weit unter Vorkrisenniveau

Die Entwicklung seit der Zeit vor der Pandemie zeigt erhebliche Unterschiede zwischen den Berufsgruppen. Besonders robust präsentiert sich das Handwerk. Mit einem Indexstand von rund 125 Punkten liegt das Stellenangebot dort etwa ein Viertel über dem Niveau von Februar 2020.

In der Softwareentwicklung ist die Situation nahezu umgekehrt. Der Index erreicht dort nur etwas mehr als 50 Punkte. Das Stellenangebot liegt damit weiterhin ungefähr bei der Hälfte des Vor-Pandemie-Niveaus.

Die großen Unterschiede verdeutlichen, dass die Stabilisierung des Gesamtmarktes nicht alle Berufsgruppen gleichermaßen erreicht. Während in einzelnen Bereichen weiterhin zusätzliche Arbeitskräfte gesucht werden, bleibt die Personalnachfrage in anderen Segmenten erheblich unter früheren Werten.

Nachhaltige Trendwende bleibt vorerst aus

Die August-Zahlen deuten darauf hin, dass die seit Monaten anhaltende Talfahrt des deutschen Stellenmarktes zumindest vorläufig an Dynamik verliert. Nach dem deutlichen Rückgang im Juli hat sich der Indeed Arbeitsmarkt Index im August nahezu stabilisiert.

Für eine breitere Erholung fehlt nach Einschätzung von Indeed allerdings weiterhin ein stärkerer konjunktureller Impuls. Auch die positiven Monatswerte einzelner Berufsgruppen reichen noch nicht aus, um bereits von einer Herbstbelebung oder nachhaltigen Trendwende zu sprechen.

Der Indeed Arbeitsmarkt Index basiert auf mehreren Millionen Stellenausschreibungen. Berücksichtigt werden sowohl direkt auf der Plattform veröffentlichte Angebote als auch Stellenanzeigen, die von Karrierewebseiten der Unternehmen aggregiert werden.

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