ANZEIGE

ANZEIGE

Strukturwandel im Handel: Kleine Läden verschwinden zunehmend

Closed Shild als Symbol für Insolvenzen
Foto: Pixabay

Key takeaways

Steigende Insolvenzen, wachsender Onlinehandel und sinkende Händlerzahlen verändern deutsche Innenstädte grundlegend. Eine Studie zeigt, warum besonders kleine Geschäfte verschwinden und welche Konzepte künftig über den Erfolg urbaner Zentren entscheiden.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die deutschen Innenstädte stehen vor einem tiefgreifenden Wandel. Eine aktuelle Analyse von Creditreform und dem Handelsblatt Research Institute zeigt, dass steigende Insolvenzen, der wachsende Onlinehandel und strukturelle Veränderungen den stationären Einzelhandel massiv unter Druck setzen.

Deutlicher Rückgang kleiner Einzelhändler

Zwischen 2010 und 2025 ist die Zahl der Einzelhandelsbetriebe in Deutschland um rund 16 Prozent auf 316.310 gesunken. Besonders betroffen sind kleine Geschäfte: Die Zahl der Unternehmen mit Jahresumsätzen unter 250.000 Euro ging im gleichen Zeitraum von 236.143 auf 170.770 zurück – ein Minus von 28 Prozent. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Händler mit Umsätzen von über 25 Millionen Euro verdoppelt.

Anzeige

Gewinnen in der Plattform-Ökonomie

von Alexander Graf – der Leitfaden für Handelsentscheider
★★★★☆ 4,4 / 5 Sterne
Jetzt bei Amazon entdecken

Onlinehandel gewinnt weiter an Bedeutung

Parallel zur Konzentration verschiebt sich der Markt zunehmend ins Digitale. Im Bekleidungsmarkt stieg der Online-Anteil von 21,4 Prozent im Jahr 2019 auf 28,3 Prozent im Jahr 2024. Diese Entwicklung trifft vor allem stationäre Händler und verändert die Strukturen in den Innenstädten nachhaltig.

Insolvenzen auf hohem Niveau

Die wirtschaftliche Lage spiegelt sich auch in den Insolvenzzahlen wider. Im Jahr 2025 wurden im Einzelhandel rund 2.440 Insolvenzen registriert – ein Anstieg von etwa 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereits 2024 war die Zahl der Insolvenzen um fast 20 Prozent gestiegen. Besonders betroffen waren unter anderem der Buchhandel, der Einzelhandel mit Back- und Süßwaren sowie der Textileinzelhandel, der ein Zehnjahreshoch bei Insolvenzen erreichte.

Innenstädte müssen sich neu erfinden

Mit dem Strukturwandel verändert sich auch die Rolle der Innenstädte. Klassische Einkaufsfunktionen verlieren an Bedeutung, während Gastronomie, Dienstleistungen und Freizeitangebote an Gewicht gewinnen. Kommunen reagieren zunehmend mit neuen Nutzungskonzepten, einer stärkeren Mischung aus Handel, Wohnen und Freizeit sowie der Umgestaltung öffentlicher Räume.

Dennoch bleiben Herausforderungen wie Leerstände, sinkende Kundenfrequenzen und der Wegfall großer Ankermieter bestehen. Die sehr lesenswerte Analyse (PDF) zeigt: Der Einzelhandel allein wird künftig nicht mehr ausreichen, um Innenstädte zu beleben. Erfolgreiche Konzepte setzen auf eine intelligente Verbindung von Einkauf, Erlebnis und urbanem Leben.

Ähnliche Artikel

Must-read

ANZEIGE
JANGER E-Commerce
Wer als Shop-Betreiber, E-Commerce Manager oder Gründer einer E-Commerce-Marke erfolgreich werden möchte, muss drei grundsätzliche Faktoren, Verkaufspsychologie, Außendarstellung und Design sowie Nutzererlebnis, verinnerlichen.

Top-News

Sponsored

Sponsored