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Inter IKEA streicht 850 Stellen zur Finanzierung neuer Preisoffensive

Aussenfassdade von IKEA in Nuernberg
Foto: huettenhoelscher / depositphotos.com

Key takeaways

Der Franchisenehmer Inter IKEA streicht weltweit rund 850 Stellen, um Kosten zu senken und niedrigere Preise zu ermöglichen. Der Möbelkonzern reagiert auf eine Konsumzurückhaltung sowie die zunehmende Komplexität der eigenen Organisation.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Inter IKEA Group baut weltweit rund 850 Stellen ab und reagiert damit auf die anhaltend schwache Konsumstimmung sowie steigende Kosten im internationalen Einzelhandel. Der Stellenabbau betrifft etwa drei Prozent der weltweit 27.500 Beschäftigten des Unternehmens. Rund 300 Arbeitsplätze sollen in Schweden entfallen.

Mit der Restrukturierung will Inter IKEA die Organisation vereinfachen, Kosten senken und zusätzlichen Spielraum für niedrigere Preise schaffen. Das Unternehmen sieht sich durch Inflation, geopolitische Unsicherheiten und verändertes Konsumverhalten zunehmend unter Druck.

Inter IKEA will schneller und effizienter werden

Nach Angaben des Unternehmens ist die interne Organisation in den vergangenen Jahren deutlich komplexer geworden. Während IKEA international expandierte und neue Vertriebs- sowie Logistikmodelle aufbaute, seien Entscheidungsstrukturen und Prozesse zunehmend fragmentiert worden.

Inter IKEA will deshalb Abläufe vereinfachen, Doppelstrukturen reduzieren und Ressourcen stärker auf strategische Kernbereiche konzentrieren. Ziel sei es, schneller und kosteneffizienter zu agieren.

Der Konzern betont, dass die neue Organisationsstruktur noch im laufenden Jahr umgesetzt werden soll. Die konkreten Auswirkungen auf einzelne Bereiche würden schrittweise definiert.

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Preisoffensive rückt in den Mittelpunkt

Ein zentrales Ziel der Restrukturierung ist die Rückkehr zu stärkerer Preisorientierung. Inter IKEA sieht „Bezahlbarkeit“ erneut als zentralen Bestandteil der Markenstrategie.

Das Unternehmen plant gemeinsam mit seinen weltweiten Franchisepartnern, Preise weiter zu senken und gleichzeitig die Besucherzahlen in Filialen, digitalen Kanälen und neuen Stadtformaten zu steigern.

In den vergangenen Jahren hatte IKEA die Preise infolge gestiegener Rohstoff-, Energie- und Transportkosten in vielen Märkten deutlich erhöht. Nun soll die Kostenbasis wieder stärker optimiert werden, um Preisnachlässe finanzieren zu können.

Parallel investiert IKEA weiterhin in E-Commerce, Logistik, kleinere Innenstadtstandorte und neue Serviceangebote.

Inter IKEA steuert Marke und Lieferkette

Die Inter IKEA Group ist nicht identisch mit den eigentlichen IKEA-Einzelhandelsgesellschaften. Das Unternehmen mit Sitz im niederländischen Delft besitzt die Marke IKEA und verantwortet unter anderem Produktentwicklung, Design, Teile der Lieferkette sowie die Vergabe weltweiter Franchise-Lizenzen.

Die einzelnen Einrichtungshäuser werden dagegen von verschiedenen Franchisenehmern betrieben. Größter Betreiber ist die Ingka Group, die den Großteil der weltweiten IKEA-Standorte kontrolliert.

Der angekündigte Stellenabbau betrifft ausschließlich die Inter IKEA Group und nicht automatisch die einzelnen Franchiseunternehmen.

Einzelhandel steht weltweit unter Druck

Der Schritt gilt auch als Zeichen für die zunehmenden Belastungen im internationalen Einzelhandel. Selbst global etablierte Marken mit hoher Kundenbindung sehen sich gezwungen, Kostenstrukturen zu überprüfen und ihre Organisation effizienter aufzustellen.

Besonders stark wächst der Druck durch Online-Plattformen, aggressive Preiswettbewerber und veränderte Konsumgewohnheiten. Gleichzeitig investieren Handelsunternehmen massiv in Digitalisierung, Nachhaltigkeit und neue Vertriebsmodelle.

IKEA will mit der Restrukturierung seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern und die Marke stärker auf ihr traditionelles Kernversprechen ausrichten: funktionales Design zu möglichst niedrigen Preisen.

Ob die Kombination aus organisatorischer Straffung, Preisoffensive und Digitalisierung neue Wachstumsimpulse bringt, dürfte sich in den kommenden Jahren zeigen.

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