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Preisschock wegen Iran-Krieg: Durex-Hersteller Karex hebt Preise drastisch an

Verschiedene Durex Kondome
Foto: monticello / depositphotos.com

Key takeaways

Der weltweit größte Kondomhersteller erhöht seine Preise um bis zu 30 Prozent. Grund sind gestörte Lieferketten und steigende Rohstoffkosten infolge des Iran-Kriegs. Besonders betroffen sind staatliche Programme und Entwicklungsländer.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der weltweit größte Kondomhersteller Karex steht vor einer deutlichen Preisanhebung. Aufgrund massiver Störungen in den globalen Lieferketten infolge des Iran-Kriegs kündigte das malaysische Unternehmen in einem Interview mit Reuters an, die Preise um 20 bis 30 Prozent zu erhöhen – mit der Option weiterer Anpassungen bei anhaltenden Engpässen.

Für Gesundheitsorganisationen, Handelsketten und Konsumenten weltweit bedeutet das spürbare Mehrkosten in einem ohnehin angespannten Markt.

Energie- und Rohstoffschock trifft die Gummiindustrie

Der Krieg im Nahen Osten belastet insbesondere Energie- und Petrochemieflüsse aus der Region. Für Karex hat das unmittelbare Folgen: Kondome bestehen überwiegend aus Natur- und Synthesekautschuk, ergänzt durch Nitril, Silikonöle sowie Aluminiumfolien für die Verpackung. Diese Vorprodukte sind energieintensiv oder petrochemisch geprägt und damit besonders anfällig für Preis- und Logistikschwankungen.

Nach Angaben des Managements sind die Beschaffungskosten seit Beginn des Konflikts Ende Februar deutlich gestiegen. Gleichzeitig haben sich Frachtpreise erhöht und Transportzeiten erheblich verlängert. Lieferungen nach Europa und in die USA dauern inzwischen bis zu zwei Monate – etwa doppelt so lange wie zuvor. Die Folge: Ware bleibt länger auf See, während Bestände in den Zielmärkten sinken.

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Nachfrageboom trifft auf knappe Lager

Parallel steigt die Nachfrage. Karex berichtet von einem Absatzplus von rund 30 Prozent seit Jahresbeginn. Neben Vorratskäufen wirken strukturelle Effekte: Bereits im Vorjahr hatten Kürzungen internationaler Entwicklungsprogramme – insbesondere im Umfeld der US-Entwicklungshilfe – die globalen Lagerbestände reduziert. Nun treffen geringere Puffer auf verzögerte Logistik.

Als Auftragsfertiger produziert Karex jährlich mehr als fünf Milliarden Kondome. Zu den Abnehmern zählen internationale Markenhersteller wie Durex und Trojan sowie staatliche Gesundheitssysteme, darunter der britische National Health Service und Programme der Vereinten Nationen. Besonders kritisch ist die Lage in Entwicklungs- und Schwellenländern, wo Lieferketten länger, Budgets enger und Lagerkapazitäten begrenzt sind.

Preisdruck wird weitergegeben

Karex-CEO Goh Miah Kiat spricht von einer „fragilen Situation“ und betont, dass die gestiegenen Kosten nun an die Kunden weitergereicht werden müssten. Damit reiht sich das Unternehmen in eine wachsende Zahl von Herstellern medizinischer Verbrauchsgüter ein, die infolge des Iran-Kriegs mit Versorgungsengpässen kalkulieren – darunter auch Produzenten von Einmalhandschuhen.

Für Handelsunternehmen und Großabnehmer werden die Preiserhöhungen spürbar sein, auch wenn Kondome im Endverbraucherpreis oft nur einen kleinen Anteil am Warenkorb ausmachen. In staatlich finanzierten Programmen schlagen höhere Stückpreise hingegen direkt auf die Budgets durch.

Strategische Optionen: Produktion und Lieferketten

Kurzfristig verfügt Karex nach eigenen Angaben über ausreichende Vorräte für die kommenden Monate. Parallel prüft das Unternehmen, die Produktion weiter hochzufahren, um die gestiegene Nachfrage zu bedienen. Doch eine höhere Auslastung hilft nur begrenzt, wenn Rohstoffe teurer werden und die Logistik stockt.

Mittelfristig dürfte die Branche verstärkt über eine geografische Diversifizierung der Lieferketten nachdenken – etwa durch alternative Bezugsquellen für petrochemische Vorprodukte oder durch strategische Lagerhaltung in Absatzmärkten. Die aktuelle Krise zeigt erneut, wie stark selbst scheinbar einfache Konsumgüter in globale Energie- und Transportstrukturen eingebettet sind.

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