Drei Jahre nach dem Launch von ChatGPT ist generative Künstliche Intelligenz (KI) fest im Alltag vieler Menschen verankert. Laut der aktuellen TÜV-KI-Studie 2025 nutzen inzwischen 65 Prozent der Bundesbürger KI-Anwendungen – ein markanter Anstieg im Vergleich zu 2023 (53 Prozent) und 2022 (37 Prozent). Besonders hoch ist die Verbreitung unter jungen Menschen zwischen 16 und 29 Jahren, von denen 91 Prozent KI-Tools einsetzen.
ChatGPT bleibt führend, Google legt zu
ChatGPT ist mit großem Abstand das meistgenutzte KI-Tool: 85 Prozent der KI-Nutzer setzen es ein. Google Gemini (33 Prozent) und die KI-Funktionen in der Google-Suche (14 Prozent) holen jedoch auf. Auch Microsoft ist mit Copilot (26 Prozent) präsent. Das deutsche Tool DeepL erreicht 20 Prozent der Nutzer und hebt sich somit als europäische Alternative hervor. Insgesamt greifen 45 Prozent der Befragten täglich oder mehrmals pro Woche auf KI zurück. 11 Prozent zahlen bereits privat für Premium-Versionen, im beruflichen Kontext sind es sogar 31 Prozent.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Produktivität statt Spielerei
Der Fokus der Anwendungen liegt zunehmend auf produktiven Einsatzfeldern. 72 Prozent nutzen KI zur Informationssuche, 43 Prozent zum Verfassen oder Optimieren von Texten. Kreative Zwecke (38 Prozent) und die Bearbeitung von Bildern und Videos (16 Prozent) folgen mit Abstand. Die Nutzung zur Unterhaltung nimmt hingegen kontinuierlich ab – von 52 Prozent im Jahr 2023 auf nur noch 29 Prozent in 2025. Die Studie zeigt somit einen Wandel hin zu funktionalem, zweckorientiertem KI-Einsatz.
Emotionale Nähe zur KI? Für manche schon
Die Mehrheit sieht in KI ein reines Arbeitswerkzeug. Dennoch geben 27 Prozent der Nutzer an, KI als unterstützenden Coach zu betrachten. Für 6 Prozent ist die Technologie sogar eine Art digitaler Vertrauter. Neben der Texteingabe (96 Prozent) nutzen viele Sprachfunktionen: 38 Prozent diktieren ihre Anfragen, 33 Prozent führen Sprachdialoge. Diese interaktiven Formen fördern offenbar eine persönlichere Beziehung zur KI.
Wachsende Risiken und Unsicherheit im Umgang
Trotz hoher Nutzungszahlen bestehen erhebliche Sicherheitsbedenken. 13 Prozent haben bereits sensible Daten in KI-Systeme eingegeben, 51 Prozent hielten KI-generierte Inhalte fälschlich für echt. Visuelle Deepfakes sind für die Hälfte der Nutzer bereits Alltag. 91 Prozent sehen in KI eine wachsende Herausforderung bei der Unterscheidung zwischen realen und manipulierten Inhalten. 83 Prozent befürchten, dass dies die Verbreitung von Desinformation beschleunigt.
Klare Erwartungen an Politik und Unternehmen
Die Bevölkerung fordert mehr Regulierung: 89 Prozent wünschen sich eine verpflichtende Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten, 80 Prozent sprechen sich für Sicherheitsprüfungen durch unabhängige Stellen wie die TÜV-Organisationen aus. Dennoch kennen nur 32 Prozent den EU AI Act. Der TÜV-Verband appelliert daher an eine schnelle Umsetzung in nationales Recht und fordert die Benennung geeigneter Prüforganisationen. Nur so könne Vertrauen in die Technologie geschaffen werden.



