Digitale Zahlung und Bonpflicht – an deutschen Kassen stehen Veränderungen bevor. Die Bundesregierung plant laut Koalitionsvertrag mehrere Neuerungen, darunter eine verpflichtende digitale Bezahloption, die Abschaffung der Bonpflicht sowie eine allgemeine Registrierkassenpflicht. Doch wie stehen die Verbraucher dazu?
Eine repräsentative Umfrage im Auftrag von fiskaly, durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut Appinio, gibt Aufschluss über die Haltung der Bevölkerung zu den geplanten Änderungen.
Mehrheit unterstützt digitale Zahlungspflicht
Die Befragung zeigt ein klares Meinungsbild: 58,8 % der Teilnehmer sprechen sich für eine gesetzliche Pflicht zur digitalen Bezahlmöglichkeit aus – entweder generell (39,7 %) oder sogar mit Wunsch nach schneller Umsetzung (19,1 %). Knapp 41 % lehnen eine solche Pflicht hingegen ab.
Besonders hoch ist die Zustimmung in jüngeren Altersgruppen: Bei den 16- bis 24-Jährigen stimmen 53,9 % grundsätzlich zu, 18,2 % wünschen sich eine schnelle Einführung. Auch bei den 25- bis 34-Jährigen zeigt sich ein ähnliches Bild mit 50,5 % allgemeiner Zustimmung und weiteren 20,1 %, die eine zügige Umsetzung fordern.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Unwissen über Zweck der Bonpflicht
Ein weiterer Aspekt der Umfrage betrifft die Bonpflicht – und deren Rolle bei der Bekämpfung von Steuerbetrug. Der Bundesrechnungshof schätzt den jährlichen Steuerausfall durch Manipulationen an Kassen auf bis zu 70 Milliarden Euro. Die Bonpflicht und digitale Zahloptionen sollen helfen, solche Verluste durch bessere Nachvollziehbarkeit von Transaktionen zu verhindern.
Zwei Drittel der Befragten kennen diesen Zusammenhang bereits – ein Drittel jedoch nicht. Dies wirft die Frage auf, ob die Aufklärung über die fiskalischen Hintergründe im Handel verbessert werden sollte. Denn Kassenbelege und Kartenzahlung sind mehr als nur Komfort für Kunden – sie sind zentrale Instrumente der Steuerkontrolle.


