Die M&A-Aktivitäten ausländischer Investoren in Deutschland zeigen sich im Jahr 2025 stabil, während das Transaktionsvolumen deutlich gestiegen ist. Laut einer Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland werden bis Jahresende voraussichtlich 1.233 Transaktionen abgeschlossen – ein leichter Anstieg gegenüber 2024 (1.205 Deals). Der Gesamtwert dieser Deals beläuft sich auf rund 118 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von etwa 17 Prozent entspricht.
Ein wesentlicher Treiber dieses Wachstums liegt in einer höheren Zahl großvolumiger Transaktionen, die auch den durchschnittlichen Dealwert auf 324 Millionen Euro ansteigen ließen – ein deutlicher Sprung im Vergleich zum Vorjahr (214 Millionen Euro).
Industrie überholt Technologie
Erstmals seit Jahren hat die industrielle Fertigung den Technologiesektor als aktivstes Segment abgelöst. Mit 313 Transaktionen entfielen 29 Prozent aller ausländischen M&A-Deals auf die industrielle Fertigung – knapp vor dem Technologiesektor mit 297 Deals bzw. 27,6 Prozent. Auch der Energiesektor konnte zulegen – insbesondere aufgrund der Transformation im Rahmen der Energiewende und großer Infrastrukturprojekte.
Besonders auffällig ist das Wachstum im Handels- und Konsumgütersektor, der mit einem Plus von 35,4 Prozent den größten Zuwachs verzeichnete. Im Gegensatz dazu war das Transaktionsvolumen im Medien- und Entertainmentbereich leicht rückläufig.
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Private Equity erstmals an über der Hälfte aller Deals beteiligt
Ein zentrales Ergebnis der Analyse: Private-Equity-Investoren (PE) waren 2025 an mehr als der Hälfte aller Transaktionen beteiligt – konkret an 51,8 Prozent. Das ist der höchste Wert seit Beginn der PwC-Erhebungen im Jahr 2020. Besonders aktiv waren PE-Gesellschaften aus den USA, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich. Auch Investoren aus Frankreich und Schweden engagierten sich häufiger als im Vorjahr.
Die bevorzugten Branchen der PE-Investoren sind weiterhin Technologie und Industrie – beide zeichnen sich durch kapitalintensive und skalierbare Geschäftsmodelle aus, die für Finanzinvestoren attraktiv bleiben.
Milliarden-Deals setzen Akzente
Die größte Transaktion des Jahres 2025 war der geplante Erwerb von 46 Prozent am Übertragungsnetzbetreiber Tennet TSO GmbH durch ein internationales Konsortium. Der erwartete Dealwert beträgt rund 9,5 Milliarden Euro. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Mehrheitsübernahme der BASF-Coatings-Sparte durch Carlyle und den katarischen Staatsfonds QIA (7,7 Milliarden Euro) sowie der Einstieg von Capvest Partners bei Stada Arzneimittel mit einem Dealvolumen von etwa 7 Milliarden Euro.
Europäische Investoren dominieren
Mit 712 Deals und einem Gesamtvolumen von 55 Milliarden Euro waren europäische Investoren 2025 deutlich aktiver als im Vorjahr (641 Deals, 34 Milliarden Euro). Nordamerikanische Investoren kamen auf 234 Transaktionen und ein Volumen von 38 Milliarden Euro. Während das Engagement nicht-europäischer Investoren leicht zurückging, blieben deren Einzeltransaktionen oft großvolumig und damit relevant für den Marktanteil.
Die Analyse zeigt, dass trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und restriktiver Finanzierungsbedingungen bis Mitte 2025 vor allem europäische Investoren verstärkt auf den deutschen Markt setzen. Gleichzeitig legte der private Konsum ab Ende 2024 spürbar zu – ein Indikator für die allmähliche wirtschaftliche Erholung.


