Verbraucher in Deutschland vertrauen deutschen Produkten mehr als allen anderen – das zeigt der neue Konsumentenreport Q3/2025 der Initiative Digitale Handelskommunikation (IDH). Demnach würden 80 Prozent der Befragten bevorzugt Produkte aus Deutschland kaufen, wenn Preis und Verfügbarkeit keine Rolle spielen. Europäische Waren kämen für 55 Prozent infrage. Vor allem Qualität (62 %), faire Arbeitsbedingungen (52 %) und Nachhaltigkeit (40 %) sprechen aus Sicht der Verbraucher für Produkte aus Deutschland oder Europa.
Vertrauen in deutsche Marken – Misstrauen gegenüber Asien und USA
Während 83 Prozent der Befragten deutschen Marken ein (sehr) großes Vertrauen aussprechen, liegt dieser Wert bei US-Produkten nur bei 20 Prozent – und bei asiatischen Produkten sogar lediglich bei 9 Prozent. Bei chinesischen Waren äußern 52 Prozent sogar explizit Misstrauen. Gleichzeitig hat ein Viertel der Befragten aufgrund der politischen Lage in den USA bereits bewusst auf amerikanische Produkte verzichtet. Weitere 45 Prozent ziehen einen Boykott in Erwägung.
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Mehrpreis für europäische Herkunft ist akzeptiert
Ein häufiges Vorurteil gegenüber europäischen Produkten sind höhere Preise – doch viele Verbraucher wären bereit, diese zu zahlen. Bei Lebensmitteln würden 40 Prozent einen Aufpreis akzeptieren, bei Kleidung und Elektronik immerhin jeweils rund ein Viertel. Auch bei Kosmetik und Möbeln zeigt sich eine erhöhte Zahlungsbereitschaft, sofern die Herkunft europäisch ist. Insgesamt beeinflusst das Herkunftsland für viele die Kaufentscheidung maßgeblich – insbesondere bei Lebensmitteln (70 % achten oft oder immer darauf), aber auch bei Technik, Kosmetik oder Möbeln.
Lebensmittel dominieren den stationären Handel
Der Einkauf von Lebensmitteln findet überwiegend im stationären Handel statt: 85 Prozent bevorzugen hier den Gang ins Geschäft. Neben der sofortigen Mitnahme (83 %) schätzen Kunden die Möglichkeit, Produkte vor Ort zu prüfen (81 %) sowie persönliche Beratung (66 %). Auch entfallen Versandkosten, und Retouren lassen sich einfacher abwickeln.
Stationärer Handel bleibt relevant
Der klassische Einkauf bietet laut den Befragten handfeste Vorteile: etwa Vertrauen in die Zahlungssicherheit, kürzere Transportwege oder das Gefühl, nicht betrogen zu werden. 29 Prozent betonen ein generelles Vertrauen in stationäre Geschäfte – ein klares Signal für deren weiterhin hohe Relevanz im deutschen Einzelhandel.
Digitale Angebote als Brücke zwischen Online und Offline
Patrick Dainese, Geschäftsführer von marktguru, betont die Rolle digitaler Prospektportale bei der Verbindung von Online-Information und lokalem Einkaufserlebnis: „Unsere Plattformen schaffen transparente Angebotskommunikation und machen den stationären Handel durch digitale Reichweite relevanter.“
Die IDH wurde 2021 gegründet und besteht aus Bonial (Axel Springer SE), marktguru (Seven.One Entertainment Group) und Shopfully (ehemals Offerista, Media Central Group). Ziel ist es, den stationären Handel durch digitale Lösungen zu stärken und für Konsumenten zugänglicher zu machen.


