Der Haushaltsbatteriehersteller VARTA Consumer Batteries wird aus der insolventen VARTA AG Gruppe herausgelöst und künftig wieder eigenständig geführt. Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Neuordnung genehmigt. Damit bleiben nach Unternehmensangaben rund 990 Arbeitsplätze erhalten.
Die bisherigen Hauptkreditgeber der VARTA-Gruppe übernehmen sämtliche Gesellschaftsanteile am Consumer-Geschäft. Zugleich erhält das Unternehmen frisches Kapital in mehrstelliger Millionenhöhe. Produktion, Lieferungen und bestehende Kundenverträge sollen unverändert fortgeführt werden.
Finanzielle Trennung vom VARTA-Konzern abgeschlossen
Mit der neuen Eigentümerstruktur endet die Einbindung von VARTA Consumer Batteries in die bisherige Konzernfinanzierung. Das Unternehmen ist künftig nicht mehr durch Garantien und Sicherheiten für Finanzierungsverpflichtungen der früheren Gruppe gebunden.
Die finanzielle Eigenständigkeit soll Investitionen und weiteres Wachstum ermöglichen. Geschäftsführer Mark Munz bezeichnet die Fortführung als unabhängiges Unternehmen als wirtschaftlich sinnvollen Schritt.
Für Kunden, Lieferanten und Handelspartner ergeben sich laut VARTA keine Einschränkungen. Auch bestehende Garantieansprüche bleiben erhalten.
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Alle 990 Arbeitsplätze bleiben erhalten
VARTA Consumer Batteries beschäftigt rund 820 Menschen in Deutschland und weitere 170 im Ausland. Wichtigster Produktionsstandort ist Dischingen in Baden-Württemberg, wo Haushaltsbatterien im Dreischichtbetrieb hergestellt werden.
In Ellwangen-Neunheim befinden sich zentrale Verwaltungs- und Logistikfunktionen. Beide deutschen Standorte sollen vollständig erhalten bleiben.
Personalabbau ist im Zuge der Neuordnung nicht vorgesehen. Stattdessen plant das Unternehmen zusätzliche Einstellungen, insbesondere in IT, Finanzen, Controlling und Einkauf. Diese Aufgaben waren bislang teilweise innerhalb des Konzerns organisiert.
VARTA erwartet jährliches Umsatzwachstum von drei bis vier Prozent
Bis 2029 rechnet VARTA Consumer Batteries mit einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzplus von drei bis vier Prozent. Das Unternehmen sieht zusätzliche Absatzmöglichkeiten vor allem in europäischen Märkten außerhalb der EU sowie in Südwesteuropa. Weitere Wachstumschancen bestehen nach eigener Einschätzung in Südamerika, Asien und Kanada.
Zum Sortiment gehören neben klassischen Haushaltsbatterien auch Akkus, Knopfzellen, Hörgerätebatterien, Ladegeräte, Powerbanks und Leuchten.
Zudem will VARTA den Onlinevertrieb und das Geschäft mit Endkunden ausbauen. Der E-Commerce soll künftig einen größeren Beitrag zum Absatz leisten.
Investitionen in Automatisierung und nachhaltigere Verpackungen
Am Produktionsstandort Dischingen sind bis Ende 2028 umfangreiche Investitionen vorgesehen. Im Mittelpunkt stehen neue Fertigungsanlagen, zusätzliche Automatisierung und eine höhere Energieeffizienz. Darüber hinaus soll die Verpackung von Kombinationen aus Kunststoff und Karton auf reine Kartonlösungen umgestellt werden.
Die Haushaltsbatterien werden weiterhin in Deutschland produziert. Die benötigten Rohstoffe stammen nach Unternehmensangaben nahezu vollständig aus der Europäischen Union.
Mit den Investitionen will VARTA seine Produktionskapazitäten modernisieren und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts langfristig sichern.
Betriebsrat begrüßt Lösung für Beschäftigte
Die Arbeitnehmervertretungen bewerten die Eigenständigkeit als wichtigen Erfolg für die Beschäftigten. Zugleich verweisen sie auf die weiterhin schwierige Situation anderer Gesellschaften der insolventen VARTA-Gruppe. Auch die Kommunen Dischingen und Ellwangen begrüßen den Erhalt der Produktions- und Verwaltungsstandorte.
Mit der abgeschlossenen Neuordnung erhält das wirtschaftlich erfolgreiche Consumer-Geschäft eine eigenständige Perspektive. Für die übrigen Gesellschaften der früheren VARTA-Gruppe müssen dagegen weiterhin Lösungen im Insolvenzverfahren gefunden werden.






