Die deutsche Damenmodemarke Marc Aurel ist insolvent. Nach Informationen des Branchenmagazins Textilwirtschaft wurde für die Marc Aurel Textil GmbH ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Der Düsseldorfer Rechtsanwalt Frank Kebekus wurde demnach als Sachwalter bestellt und hat die Insolvenz gegenüber der TW bestätigt.
Laut TW-Informationen erwirtschaftete Marc Aurel 2024 einen Umsatz von rund 25 Millionen Euro. Seit 2025 befinde sich das Unternehmen nun in der Verlustzone. Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten soll der Geschäftsbetrieb vorerst uneingeschränkt fortgeführt werden. Parallel dazu läuft die Suche nach Investorinnen und Investoren für eine mögliche Sanierung des Unternehmens.
Traditionsmarke aus Gütersloh
Marc Aurel wurde 1972 von Reinhold Richter gegründet und entwickelte sich über mehrere Jahrzehnte zu einer etablierten Premium-Marke für Damenmode. Das Unternehmen mit Sitz in Gütersloh startete ursprünglich mit Damenhosen und erweiterte sein Sortiment später um vollständige Womenswear-Kollektionen.
Heute umfasst das Angebot unter anderem Kleider, Blusen, Jacken, Blazer, Strickwaren und Accessoires. Die Marke positionierte sich insbesondere im Premium-Ready-to-Wear-Segment für moderne und trendbewusste Kundinnen.
Der Vertrieb erfolgte sowohl über den eigenen Online-Shop als auch über stationäre Handelspartner und internationale Showrooms.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Sanierung und Investorensuche laufen
Im Rahmen des Insolvenz- beziehungsweise Eigenverwaltungsverfahrens soll das operative Geschäft zunächst stabilisiert werden. Ziel ist es, den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten und gleichzeitig neue Investoren zu gewinnen. Solche Verfahren werden in der Modebranche häufig genutzt, um Unternehmen unter gerichtlicher Aufsicht zu restrukturieren und bestehende Geschäftsmodelle neu auszurichten.
Die Insolvenz reiht sich in eine Serie wirtschaftlicher Probleme innerhalb der deutschen Modebranche ein, die zuletzt unter Konsumzurückhaltung, hohen Kosten und verändertem Kaufverhalten gelitten hat.
Führungswechsel vor der Insolvenz
Bereits vor dem Insolvenzantrag hatte es Veränderungen in der Unternehmensführung gegeben. Die frühere CEO Elena Weege verließ das Unternehmen im März 2026 nach rund eineinhalb Jahren an der Spitze.
Seit Anfang 2026 führt Jan Brandt als Interim-Geschäftsführer das Unternehmen. Brandt ist Gesellschafter der Hamburger Beratungsgesellschaft F&P Executive Solutions AG und soll die operative sowie finanzielle Stabilisierung begleiten.
Zu seinen Aufgaben zählen neben der Restrukturierung auch die strategische Neuausrichtung des Unternehmens.
Modebranche weiter unter Druck
Die Insolvenz von Marc Aurel verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen im Premium- und Mittelstandssegment der Modebranche. Viele Anbieter kämpfen weiterhin mit gestiegenen Produktions- und Energiekosten sowie schwächerer Konsumnachfrage.
Zugleich verändert der wachsende Onlinehandel die Wettbewerbsbedingungen für traditionelle Modelabels und stationäre Vertriebspartner erheblich.
Ob Marc Aurel im Rahmen des laufenden Verfahrens einen Investor findet und langfristig fortgeführt werden kann, ist derzeit noch offen.


