Das Online-Modeunternehmen Les Lunes GmbH hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Wie aus einer Unternehmensmitteilung, die T-Online vorliegt, hervorgeht, wurde der entsprechende Antrag beim Amtsgericht Charlottenburg in Berlin eingereicht und bereits bestätigt. Das Unternehmen will die Krise zur Neuaufstellung nutzen.
Wirtschaftliche Lage belastet Geschäft
Als Gründe für die Zahlungsunfähigkeit nennt Les Lunes die seit 2024 angespannte gesamtwirtschaftliche Situation sowie die damit verbundenen Konsumzurückhaltung. Diese Entwicklungen hätten sich negativ auf die Liquidität ausgewirkt. In den kommenden Monaten sollen nun Sanierungsmöglichkeiten ausgelotet werden.
„Die Eigenverwaltung gibt uns die Möglichkeit, notwendige Sanierungsmaßnahmen voranzutreiben und dem Unternehmen einen Neustart zu ermöglichen“, erklärt Geschäftsführer Alexander Dietel. Ziel sei es, Les Lunes langfristig leistungsfähig und wettbewerbsfähig aufzustellen.
Auch COO und CPO Benjamin Höhner äußerte sich zuversichtlich: „Wir werden unsere nächsten Schritte gemeinsam konkretisieren und zügig in die Umsetzung bringen. Unser Ziel bleibt unverändert: unseren Kundinnen komfortable Lieblingsstücke anzubieten – und das Vertrauen unserer Partner zurückzugewinnen.“
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Geschäft läuft vorerst weiter
Der Online-Shop von Les Lunes soll trotz Insolvenz uneingeschränkt weiterbetrieben werden. Ein Hinweis auf die Insolvenz finden Kunden nicht. Laut Unternehmen bleiben auch alle Rabattcodes gültig, geplante Verkaufsaktionen wie der Black Friday sollen ebenfalls stattfinden.
Die rund 36 Mitarbeitenden wurden über die Lage informiert und erhalten für zunächst drei Monate Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit.
Influencer berichten von Zahlungsproblemen
Neben internen Maßnahmen rücken auch externe Partner in den Fokus: Mehrere Influencerinnen, die mit Les Lunes zusammenarbeiten, beklagen ausstehende Zahlungen. So äußerte sich beispielsweise Angelina Pannek öffentlich zu nicht erfüllten Honorarversprechen. Auch laut Südwest Presse berichten zahlreiche weitere Influencerinnen von ausstehenden Beträgen. In einigen Fällen sei das Geld erst nach juristischen Schritten geflossen.
Die Entwicklungen rund um Les Lunes werfen damit ein Schlaglicht auf die wachsende Abhängigkeit von Influencer-Marketing – und wie fragil diese Geschäftsbeziehungen im Krisenfall sein können.


