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Außenhandel wird komplexer: DIHK-Report zeigt wachsende Hürden

Grosses Container Schiff auf dem Meer
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

Geopolitische Spannungen, neue Regeln und Handelskonflikte erschweren das Auslandsgeschäft deutscher Firmen. Der DIHK-Report 2026 zeigt: Trotz Digitalisierung wächst die Komplexität im internationalen Handel deutlich.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Das internationale Geschäft deutscher Unternehmen wird zunehmend anspruchsvoller. Der Außenwirtschaftsreport 2026 der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zeigt, dass geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und neue regulatorische Anforderungen die Rahmenbedingungen für Exporteure spürbar verschärfen. Gleichzeitig treiben Digitalisierung und neue Verfahren punktuell Erleichterungen voran.

Digitalisierung bringt Effizienz – aber keine Entlastung

Im Jahr 2025 stellten die Industrie- und Handelskammern rund 1,03 Millionen Ursprungszeugnisse aus, ein Rückgang von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig wurde der Prozess weiter digitalisiert: 93 Prozent der Dokumente wurden elektronisch beantragt, und seit Herbst 2025 sind vollständig digitale Ursprungszeugnisse verfügbar. Diese ermöglichen eine schnellere Abwicklung und reduzieren Bürokratie.

Auch beim sogenannten Carnet-Verfahren, das temporäre Ausfuhren erleichtert, schreitet die Digitalisierung voran. Ab Mitte 2026 soll das Verfahren in weiten Teilen Europas vollständig digital abgewickelt werden. Trotz dieser Fortschritte bleibt die Gesamtbelastung für Unternehmen hoch, da neue Vorschriften und Unsicherheiten die Vorteile teilweise aufheben.

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Handelskonflikte dominieren den Beratungsbedarf

Besonders stark prägt die US-Handelspolitik das Auslandsgeschäft. Für fast zwei Drittel der Industrie- und Handelskammern war sie 2025 das zentrale Beratungsthema. Zölle, kurzfristige Regeländerungen und unklare Vorgaben erschweren den Marktzugang erheblich. Für viele Unternehmen kommen diese Maßnahmen faktisch einem Marktausschluss gleich.

Auch die Russland-Sanktionen bleiben relevant, wenngleich sich der Beratungsaufwand leicht reduziert hat. Gleichzeitig gewinnt das China-Geschäft an Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf Exportkontrollen und die Sicherung von Lieferketten. Die zunehmende geopolitische Fragmentierung zwingt Unternehmen zu komplexeren Strategien im internationalen Handel.

Neue Regulierung erhöht den Druck

Zusätzliche Belastungen entstehen durch neue Nachhaltigkeitsvorgaben und regulatorische Instrumente. Die EU-Verordnung zu entwaldungsfreien Lieferketten (EUDR) sowie der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) sorgen für erheblichen Beratungsbedarf. Unternehmen müssen umfangreiche Nachweise erbringen und neue Berichtspflichten erfüllen.

Auch die Reform des EU-Zollsystems bringt Veränderungen mit sich. Die Abschaffung der Zollfreigrenze für Kleinsendungen und neue Gebührenmodelle im E-Commerce erhöhen den administrativen Aufwand. Gleichzeitig kritisieren viele Unternehmen Wettbewerbsnachteile gegenüber Anbietern aus Drittstaaten.

Außenhandel bleibt wichtig – aber anspruchsvoller

Trotz aller Herausforderungen bleibt das internationale Geschäft für deutsche Unternehmen attraktiv. Die DIHK betont jedoch, dass klare Regeln, digitale Verfahren und verlässliche Rahmenbedingungen entscheidend sind, um Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Ohne Vereinfachungen droht die zunehmende Komplexität zum Standortnachteil zu werden.

Der Report basiert auf rund 382.000 Beratungen und mehr als 90.000 Teilnehmenden an internationalen Veranstaltungen. Er zeigt deutlich: Der Außenhandel steht vor einem strukturellen Wandel – geprägt von Unsicherheit, Regulierung und steigenden Anforderungen an Unternehmen.

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