Der deutsche Technologiekonzern SAP treibt den Ausbau seiner KI- und Datenstrategie weiter voran und hat die Übernahme der Datenplattform Dremio angekündigt. Mit dem Zukauf will der Softwarekonzern seine Fähigkeit stärken, Daten aus unterschiedlichen Quellen zu vereinheitlichen und für KI-Anwendungen nutzbar zu machen. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht veröffentlicht.
Fragmentierte Daten als zentrales Problem
Viele KI-Projekte in Unternehmen scheitern nicht an der Technologie selbst, sondern an unzureichend aufbereiteten Daten. Häufig liegen Informationen in unterschiedlichen Systemen vor, sind schwer zugänglich oder fehlen im geschäftlichen Kontext. Das erschwert die Integration und verhindert eine skalierbare Nutzung von KI.
Dremio adressiert genau dieses Problem, indem es Daten aus verschiedenen Quellen in einer offenen Plattform zusammenführt und für Analysen sowie KI-Anwendungen verfügbar macht.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Integration in SAP-Datenplattform
Die Technologie von Dremio soll künftig die SAP Business Data Cloud und SAP HANA Cloud ergänzen. Ziel ist es, SAP- und Nicht-SAP-Daten ohne aufwendige Konvertierung oder Verschiebung gemeinsam nutzbar zu machen. Dadurch sollen Unternehmen schneller auf Daten zugreifen und diese in Echtzeit analysieren können.
Im Zentrum steht ein sogenanntes „Lakehouse“-Modell, das verschiedene Datenquellen in einer einheitlichen Architektur bündelt und gleichzeitig hohe Performance gewährleistet.
Fokus auf Echtzeit-KI und offene Standards
Mit der Integration von Dremio will SAP eine Plattform schaffen, die speziell für sogenannte agentenbasierte KI-Anwendungen ausgelegt ist. Diese Systeme sollen eigenständig auf Daten zugreifen und Entscheidungen unterstützen.
Ein wichtiger Bestandteil ist die Nutzung offener Standards wie Apache Iceberg, die eine flexible und interoperable Datenverarbeitung ermöglichen. Gleichzeitig setzt SAP auf einen zentralen Datenkatalog, der Informationen strukturiert und für unterschiedliche Anwendungen zugänglich macht.
Skalierbarkeit und Effizienz im Blick
Die Dremio-Plattform arbeitet serverlos und passt ihre Kapazitäten automatisch an den Bedarf an. Dadurch können Unternehmen ihre Infrastruktur effizienter nutzen und Kosten senken. Gleichzeitig soll die Lösung eine bessere Grundlage für datengetriebene Entscheidungen schaffen.
Der Abschluss der Übernahme wird für das dritte Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich der üblichen regulatorischen Genehmigungen.


