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Mode- und Schuhhändler warnen vor Strukturkollaps im Stationärhandel

Frau in einem Schuhladen bei der Anprobe
Foto: Alexandra Maria / Pexels

Key takeaways

Der stationäre Mode- und Schuhhandel verzeichnet auch 2025 schwache Umsätze und operative Verluste. Der BTE fordert steuerliche Entlastungen und Bürokratieabbau zur Stärkung des Konsums. Gleichzeitig ruft er die Branche zu Prozessoptimierung und mehr Engagement in Innenstädten auf, um einem weiteren Strukturverlust entgegenzuwirken.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der Mode- und Schuhhandel in Deutschland steht weiterhin unter starkem Druck. Laut Berechnungen des BTE erreichte der Umsatz mit Bekleidung im Jahr 2025 lediglich 57,14 Mrd. Euro, was einem minimalen Anstieg von rund einem Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Während reine Onlinehändler weiterhin wachsen, stagniert der stationäre Bekleidungsfachhandel. Andere stationäre Verkaufsformen wie Warenhäuser mussten weitere Einbußen hinnehmen. Die Rentabilität bleibt dabei kritisch: Jeder zweite stationäre Bekleidungshändler verzeichnete ein operatives Minus, bei knapp einem Fünftel lag der Verlust bei fünf Prozent oder mehr.

Noch schlechter fiel die Entwicklung im Schuhhandel aus. Das Marktvolumen sank auf 11,48 Mrd. Euro – ein Rückgang um rund 1,5 Prozent. Besonders hart traf es die stationären Schuhfachgeschäfte, deren Umsätze im Schnitt um vier Prozent sanken. Zwei Drittel der stationären Schuhhändler wiesen negative operative Ergebnisse auf, über ein Drittel von ihnen verlor dabei fünf Prozent oder mehr.

Konsumzurückhaltung und Standortschwäche als Hauptursachen

Für die anhaltend schwache Lage macht der Handelsverband vor allem die schleppende Konsumlaune der Verbraucher verantwortlich. Hinzu kommen hohe Betriebskosten und eine anhaltende Bürokratielast, die Unternehmen ausbremst. Auch die Konkurrenz durch asiatische Plattformen wie Shein und Temu bereitet dem BTE Sorge – insbesondere wegen unkontrollierter Warenimporte, die häufig minderwertig oder schadstoffbelastet seien.

Ein weiterer Problemfaktor bleibt die Attraktivität vieler Innenstädte, die spätestens seit der Stadtbild-Debatte auch im Handel Fahrt aufgenommen hat. Laut BTE-Präsident Mark Rauschen droht dem stationären Handel ein schleichender Strukturverlust. Der Verband warnt eindringlich vor einem „Exodus der Branche“, sollten keine raschen Gegenmaßnahmen erfolgen.

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Forderungen an Politik und Branche

Der BTE fordert deutliche politische Impulse: Steuererleichterungen, niedrigere Energiekosten und eine spürbare Entlastung bei Bürokratie und Regulierungen. „Die Menschen brauchen mehr verfügbares Einkommen, damit sie wieder ohne Sorge konsumieren können“, so Rauschen. Sein Appell richtet sich explizit an die Bundesregierung, Investitionen nicht länger zu bremsen, sondern Rahmenbedingungen für Wachstum zu schaffen.

Gleichzeitig nimmt der Verband auch die eigene Branche in die Pflicht: Prozessoptimierung und ein stärkeres Engagement für lebenswerte Innenstädte seien unerlässlich. Die Händler müssten sich aktiver in Citymarketing-Gemeinschaften einbringen und bestehende Standortnachteile nicht nur beklagen, sondern durch unternehmerisches Handeln angehen.

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