Fast die Hälfte der Führungskräfte in der globalen Modeindustrie erwartet für 2026 eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. Dies ist eines der Kernergebnisse des aktuellen Reports „The State of Fashion 2026“ von McKinsey & Company und The Business of Fashion. Der globale Modemarkt soll laut Studie bis 2027 nur um etwa 2 % wachsen. Als größte Wachstumshemmnisse nennen Entscheider mangelndes Verbrauchervertrauen, Kaufzurückhaltung aufgrund geopolitischer Unsicherheiten sowie makroökonomische Risiken.
Secondhand wächst doppelt so stark wie Neuware
Ein klarer Wachstumstreiber bleibt der Secondhand-Markt: Er soll bis 2027 jährlich rund 10 % zulegen und damit doppelt so schnell wachsen wie der Markt für neue Mode- und Luxusartikel. In den USA wird ein Anstieg auf fast 34 Milliarden US-Dollar (rund 32 Mrd. Euro) erwartet. In China erreicht der Markt bereits 33 Milliarden US-Dollar (rund 31 Mrd. Euro). Besonders die jüngeren Generationen, also Gen Z und Millennials, treiben den Boom voran.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Preissteigerungen und Kostendruck setzen Branche unter Druck
Knapp drei Viertel der Führungskräfte rechnen 2026 mit steigenden Preisen – besonders in den USA. Dort plant fast die Hälfte Preisaufschläge von über 5 %, um gestiegene Inputkosten durch Zölle abzufedern. Weltweit erwarten 11 % eine Erhöhung der Herstellungskosten um mehr als 9 %, deutlich mehr als die 3 % im Vorjahr.
KI-Investitionen steigen, Reifegrad bleibt gering
Ein Hoffnungsschimmer für viele Unternehmen ist die zunehmende Nutzung Künstlicher Intelligenz. 92 % der befragten Unternehmen planen höhere KI-Investitionen. Allerdings bezeichnen nur 1 % den Stand ihrer KI-Nutzung als ausgereift. Die Zahl der shoppingbezogenen Suchanfragen auf generativen KI-Plattformen stieg zwischen 2024 und 2025 um 4.700 %. Karl-Hendrik Magnus, Senior Partner bei McKinsey, betont, dass es einer grundlegenden Neuausrichtung der Organisationen bedarf, um das Potenzial von KI vollständig auszuschöpfen.


