Nike hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Gesamtumsatz von 12,4 Milliarden US-Dollar (rund 11,4 Milliarden Euro) erzielt – ein nur leichter Anstieg um 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf währungsbereinigter Basis stagnierten die Umsätze. Während das Großhandelsgeschäft deutlich zulegte, verzeichnete das Direktgeschäft über eigene Kanäle einen markanten Rückgang.
Großhandel als Wachstumstreiber
Besonders stark präsentierte sich der Großhandel mit einem Umsatzplus von 8 Prozent auf 7,5 Milliarden US-Dollar (ca. 6,9 Mrd. Euro). Ausschlaggebend dafür war die positive Entwicklung in Nordamerika. Das Direktgeschäft mit Endkunden – unter dem Namen NIKE Direct geführt – brach hingegen um 8 Prozent auf 4,6 Milliarden US-Dollar (ca. 4,2 Mrd. Euro) ein. Sowohl die digitalen Kanäle (–14 %) als auch die stationären Nike-Stores (–3 %) entwickelten sich rückläufig.
Auch die Tochtermarke Converse verlor deutlich an Boden: Der Umsatz sank um 30 Prozent auf 300 Millionen US-Dollar (rund 275 Mio. Euro).
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Marge und Gewinn unter Druck
Die Bruttomarge reduzierte sich um drei Prozentpunkte auf 40,6 Prozent, insbesondere durch höhere Importzölle in Nordamerika. Gleichzeitig stiegen die Ausgaben für Marken- und Sportmarketing auf 1,3 Milliarden US-Dollar (+13 %). Demgegenüber sanken die operativen Gemeinkosten um 4 Prozent.
In der Folge ging der Nettogewinn um 32 Prozent auf 800 Millionen US-Dollar (ca. 735 Mio. Euro) zurück. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,53 US-Dollar – ebenfalls ein Rückgang um 32 Prozent. Die Steuerquote stieg von 17,9 auf 20,7 Prozent.
Ausblick und strategische Neuausrichtung
Nike-CEO Elliott Hill betonte, das Unternehmen befinde sich in einem „Comeback-Modus“ und verfolge mit seiner „Win Now“-Strategie konkrete Maßnahmen zur Neuausrichtung. Dazu zählen die Stärkung der Partnerbeziehungen, eine neue Kategorisierung des Produktportfolios sowie eine engere Verzahnung von Marke und Vertrieb.
Auch CFO Matthew Friend unterstrich die laufenden Anpassungen: „Wir treffen kurzfristige Entscheidungen zugunsten der langfristigen Markenstärke.“ Die aktuelle Phase werde als Übergang gesehen, um künftiges Wachstum besser abzusichern.


