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Ökostrom bleibt gefragt – Preis entscheidet über Anbieterwahl

Windraeder zur Energiegewinnung
Foto: Pexels

Key takeaways

Zwei Drittel der Deutschen zeigen sich offen für Ökostrom, doch beim Anbieterwechsel dominiert weiterhin der Preis. Laut YouGov profitieren vor allem etablierte Energiekonzerne, während reine Ökostromanbieter nur begrenzt an Bedeutung gewinnen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Bereitschaft zum Wechsel auf Ökostrom bleibt in Deutschland hoch – doch für viele Verbraucher steht der Preis weiterhin über Nachhaltigkeitsaspekten. Laut aktuellen YouGov-Daten beziehen bereits 33 Prozent der Haushalte vollständig Ökostrom. Gleichzeitig zeigen sich 65 Prozent grundsätzlich offen für einen Wechsel zu einem entsprechenden Tarif.

Trotz wachsender Akzeptanz erneuerbarer Energien bleibt die Preisorientierung der zentrale Faktor bei der Wahl des Energieanbieters. Die Studie verdeutlicht damit den anhaltenden Spagat zwischen Klimabewusstsein und Kostenkontrolle im Energiemarkt.

Jüngere Verbraucher besonders offen für Ökostrom

Besonders stark ausgeprägt ist die Offenheit für Ökostrom bei jüngeren Zielgruppen. Überdurchschnittlich häufig interessieren sich Menschen zwischen 30 und 45 Jahren sowie Angehörige der Generation Z für entsprechende Angebote.

Die potenziellen Ökostromkunden wohnen häufiger zur Miete und leben vergleichsweise oft in Vororten. Politisch ordnet sich die Zielgruppe überwiegend in der gesellschaftlichen Mitte ein.

Gleichzeitig zeigt die Analyse, dass soziale und persönliche Netzwerke bei der Informationsbeschaffung eine wichtige Rolle spielen. Gespräche mit Freunden oder Familie werden von potenziellen Ökostromkunden häufiger als Informationsquelle genannt als im Bevölkerungsdurchschnitt.

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Nachhaltigkeit wichtig – aber nur ohne Aufpreis

Das Umweltbewusstsein vieler Verbraucher ist zwar grundsätzlich vorhanden, stößt jedoch schnell an finanzielle Grenzen. Zwei Drittel der potenziellen Ökostromkunden stimmen der Aussage zu, dass grüne Energie die Zukunft sei.

Auch der Wunsch nach einer besseren persönlichen CO₂-Bilanz ist in dieser Zielgruppe stärker ausgeprägt. Gleichzeitig bleibt die Zahlungsbereitschaft begrenzt.

Mehr als die Hälfte der wechselbereiten Verbraucher erklärt, nicht bereit zu sein, für nachhaltige Energie höhere Preise zu akzeptieren. Ebenso viele geben an, dass ihnen die Herkunft des Stroms letztlich egal sei, solange die Kosten niedrig bleiben.

Die Erfahrungen der vergangenen Energiekrisen und steigender Strompreise haben das Preisbewusstsein vieler Haushalte zusätzlich verschärft.

Klassische Energiekonzerne dominieren weiterhin

Trotz der hohen Offenheit für Ökostrom profitieren reine Ökoenergieanbieter bislang nur begrenzt von diesem Trend. Bei der Anbieterwahl dominieren weiterhin etablierte Energieunternehmen.

Besonders häufig ziehen Verbraucher Marken wie E.ON, Vattenfall, Yello Strom oder EnBW in Betracht. Spezialisierte Anbieter wie Octopus Energy, Lichtblick oder Naturenergie spielen dagegen bislang nur eine vergleichsweise geringe Rolle.

Die Studie zeigt zudem, dass die Wechselbereitschaft insgesamt moderat bleibt. Nur rund 30 Prozent der potenziellen Ökostromkunden planen innerhalb der kommenden zwölf Monate tatsächlich einen Anbieterwechsel.

Vergleichsportale bestimmen den Anbieterwechsel

Für Energieunternehmen gewinnen Vergleichsportale weiter an Bedeutung. Fast zwei Drittel der Verbraucher, die ihren Anbieter in den vergangenen zwölf Monaten gewechselt haben, schlossen den neuen Vertrag direkt über Plattformen wie Check24 oder Verivox ab.

Nur rund jeder fünfte Wechsel erfolgte direkt über die Webseite eines Energieversorgers.

Damit verschiebt sich der Wettbewerb im Energiemarkt zunehmend auf digitale Plattformen und Preisvergleiche. Für Anbieter bedeutet das steigenden Druck bei Tarifen, Sichtbarkeit und Markenpositionierung.

Die Ergebnisse der YouGov-Analyse zeigen insgesamt, dass sich nachhaltige Energieangebote längst im Massenmarkt etabliert haben – der wirtschaftliche Nutzen für Verbraucher bleibt jedoch häufig entscheidender als ökologische Überzeugungen.

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