Der Möbelriese IKEA und die Plattform Too Good To Go haben gemeinsam einen Meilenstein im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung erreicht. Seit Beginn der Kooperation wurden weltweit eine Million sogenannte Surprise Bags mit überschüssigen Lebensmitteln verkauft, die andernfalls entsorgt worden wären. Parallel dazu konnte die Ingka Group, größte IKEA-Einzelhändlerin weltweit, nach eigenen Angaben die Lebensmittelabfälle in ihren Küchen seit 2017 um 60 Prozent reduzieren.
Das Unternehmen sieht die Kombination aus Vermeidung und Weiterverwertung als zentralen Bestandteil seiner Nachhaltigkeitsstrategie. Insgesamt seien dadurch seit dem Geschäftsjahr 2017 Lebensmittel im Umfang von rund 47,5 Millionen Mahlzeiten vor der Verschwendung bewahrt worden.
Datengestützte Steuerung gegen Lebensmittelabfälle
Bereits seit mehreren Jahren setzt IKEA auf datenbasierte Systeme zur Reduzierung von Lebensmittelverlusten. Gemeinsam mit dem Technologieunternehmen Winnow entwickelte die Ingka Group das Echtzeit-Analysewerkzeug „Waste Watcher“. Die Lösung analysiert Produktionsabfälle in Restaurants, Bistros und Lebensmittelmärkten der Einrichtungshäuser.
Bis zum Geschäftsjahr 2025 wurde das System in 402 IKEA-Standorten installiert. Mithilfe historischer Daten und KI-gestützter Prognosen konnten Produktionsüberschüsse deutlich reduziert werden. Nach Unternehmensangaben erreichte IKEA damit bereits 2022 das UN-Nachhaltigkeitsziel SDG 12.3 zur Halbierung von Lebensmittelabfällen – acht Jahre vor dem globalen Zieltermin 2030.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Surprise Bags inzwischen in 14 Ländern verfügbar
Die Zusammenarbeit mit Too Good To Go begann 2019 zunächst in Belgien, Norwegen und Frankreich. Inzwischen ist das Angebot auf 14 Länder und rund 240 IKEA-Filialen ausgeweitet worden, darunter auch Standorte in Nordamerika und Großbritannien.
Die Surprise Bags enthalten überschüssige Lebensmittel wie Zimtschnecken, Kuchen oder Lachsgerichte, die am jeweiligen Verkaufstag nicht mehr regulär angeboten werden können. Kundinnen und Kunden reservieren die Tüten über die Too-Good-To-Go-App zu reduzierten Preisen und holen sie innerhalb eines festgelegten Zeitfensters im Markt ab.
Nach Angaben der Unternehmen fließen die Prognosedaten aus der Küchenplanung inzwischen direkt in die Zusammenstellung der Surprise Bags ein. Die Weiterverwertung überschüssiger Lebensmittel sei dadurch fester Bestandteil der täglichen Betriebsabläufe geworden.
Weitere Maßnahmen gegen Food Waste geplant
Nach Erreichen der bisherigen UN-Ziele richtet IKEA den Fokus nun stärker auf sogenannte Tellerreste. In Pilotprojekten untersucht das Unternehmen derzeit, welche Mengen von Gästen nach dem Essen zurückgelassen werden. Die Ergebnisse sollen künftig in Portionsgrößen, Menügestaltung und Kundenkommunikation einfließen.
Darüber hinaus plant IKEA gemeinsam mit Too Good To Go weitere Informationskampagnen und Veranstaltungen rund um nachhaltigen Konsum und Lebensmittelverschwendung. Dazu zählen unter anderem Aktionen zum World Environment Day oder zum International Day of Awareness of Food Loss and Waste.


