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Österreichs geplante Paketabgabe stößt auf Widerstand der Branche

Mann mit Geld bei einem Einkauf an der Kasse
Foto: Pexels

Key takeaways

Österreich plant eine Paketabgabe von zwei Euro pro Sendung. Der Handel warnt vor steigenden Preisen, Bürokratie und Wettbewerbsnachteilen. Kritisiert wird vor allem, dass die Maßnahme heimische Händler trifft, während Drittstaatenplattformen kaum betroffen sind.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Eine geplante Paketabgabe von zwei Euro pro Sendung sorgt in Österreich für massiven Widerstand im Handel. Während die Bundesregierung mehr Fairness im Wettbewerb schaffen will, warnt die Branche vor steigenden Preisen, rechtlichen Risiken und einem Standortnachteil – ausgerechnet vor der Fußball-WM 2026.

Kritik an nationalem Alleingang

Die Abgabe soll pro zugestelltem Paket oder alternativ pro Bestellung für Onlinehändler mit mehr als 100 Millionen Euro Jahresumsatz erhoben werden. Ziel ist es, Wettbewerbsverzerrungen durch asiatische Plattformen wie Temu oder Shein zu begrenzen.

Der Handelsverband Österreich sieht darin jedoch einen Fehlansatz. Statt gezielter Maßnahmen gegen Drittstaatenanbieter entstehe eine zusätzliche Belastung für heimische und europäische Händler.

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Fokus verfehlt: Drittstaaten bleiben außen vor

Nach Angaben der EU-Kommission stieg die Zahl der Kleinsendungen aus Drittstaaten zuletzt auf über 5,8 Milliarden Pakete – ein Plus von 26 Prozent. Mehr als 90 Prozent stammen aus China.

Aus Sicht der Branche liegt genau hier das Problem. Die geplante Abgabe treffe jedoch vor allem etablierte Anbieter wie Amazon, Zalando oder eBay sowie tausende österreichische KMU, die diese Plattformen nutzen.

Wirtschaftliche Folgen für den Standort

Der österreichische E-Commerce generiert rund 13,1 Milliarden Euro Wertschöpfung und sichert etwa 250.000 Arbeitsplätze. Eine zusätzliche Abgabe könnte Margen drücken und Investitionen bremsen.

Für Konsumenten dürfte die Maßnahme faktisch als „2-Euro-Aufschlag“ wirken, da Händler die Kosten zumindest teilweise weitergeben.

Inflationsdruck und Bürokratie

Neben steigenden Preisen droht zusätzlicher Verwaltungsaufwand. Unterschiedliche Vertriebsmodelle – von Zustellung bis Click&Collect – müssten steuerlich differenziert behandelt werden.

Besonders kritisch: Die Abgabe soll auch bei Retouren greifen, selbst wenn kein Kauf zustande kommt.

Rechtliche Unsicherheiten

Juristen sehen mögliche Konflikte mit EU-Recht, insbesondere bei Waren- und Dienstleistungsfreiheit. Auch die Differenzierung nach Umsatzhöhe könnte problematisch sein.

Zudem bestehen Zweifel an der praktischen Umsetzung. Behörden kämpfen bereits heute mit der Kontrolle des grenzüberschreitenden Handels.

Europäische Lösungen bereits in Arbeit

Parallel arbeitet die EU an umfassenden Reformen. Ab Juli 2026 entfällt die Zollfreigrenze für Drittstaatensendungen unter 150 Euro. Zudem ist im Zug der Zollreform eine EU-weite Handling Fee geplant.

Aus Sicht des Handels wäre es sinnvoller, diese Maßnahmen konsequent umzusetzen, statt einen nationalen Sonderweg einzuschlagen.

Der geplante Alleingang könnte den Standort schwächen, ohne die eigentlichen Wettbewerbsprobleme wirksam zu lösen.

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