Immer mehr Menschen in Deutschland werden Opfer von Online-Betrug – doch nur ein Bruchteil wehrt sich juristisch dagegen. Laut einer neuen Verbraucherumfrage der SCHUFA hat bereits jeder vierte Deutsche (26 Prozent) Erfahrung mit digitalem Betrug gemacht. Die am weitesten verbreitete Masche sind gefälschte Verkaufsplattformen, sogenannte Fakeshops.
Wenige Opfer zeigen Fakeshops an
Rund ein Drittel der Betrugsopfer (32 Prozent) ist laut Umfrage bereits auf einen Fakeshop hereingefallen. Dennoch handeln viele nicht: Nur 36 Prozent der Betroffenen erstatten Anzeige bei der Polizei. Die Mehrheit bleibt still – etwa die Hälfte der Opfer spricht nicht einmal mit Freunden oder Familie über den Vorfall. Dabei können Fakeshops erhebliche finanzielle Schäden verursachen. 62 Prozent der Geschädigten berichten von Verlusten bis 250 Euro, weitere 17 Prozent verloren zwischen 251 und 500 Euro. Bei 14 Prozent summieren sich die Verluste sogar auf 501 Euro oder mehr.
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Arglosigkeit und fehlende Aufklärung als Gründe
Erschreckend ist, dass viele Opfer keinen Betrug vermuteten: Bei 49 Prozent kam während des Bestellvorgangs kein Verdacht auf. Weitere 40 Prozent hielten das Angebot zwar für auffällig, rechneten aber nicht mit Betrug. Als Hauptgründe für das Hereinfallen nannten die Befragten das seriöse Design der Webseiten (35 Prozent) und bisherige gute Erfahrungen mit Onlinekäufen (31 Prozent). Etwa ein Drittel gibt an, die Seriosität der Seite nicht ausreichend geprüft zu haben.
Große Unsicherheit bei der Erkennung von Fakeshops
Auch allgemein zeigt die Umfrage ein geringes Problembewusstsein: Nur etwa jeder Zweite (51 Prozent) traut sich zu, einen Fakeshop sicher zu erkennen. 37 Prozent fühlen sich unsicher, 12 Prozent sogar völlig hilflos. Zwar sind offizielle Informationsangebote wie Warnlisten der Verbraucherzentralen oder Polizei knapp der Hälfte der Befragten bekannt, doch nur 5 Prozent nutzen diese regelmäßig. Hinzu kommt: 40 Prozent wissen gar nicht, ob man Fakeshops überhaupt melden kann.
Neben Fakeshops zählen laut Umfrage auch Scamming (23 Prozent) und Identitätsbetrug (22 Prozent) zu den häufigsten Formen des Online-Betrugs.


