Immer professioneller auftretende Fakeshops bringen Verbraucher in Deutschland zunehmend in Gefahr – und viele unterschätzen das Risiko. Zwar geben 81 Prozent der Befragten in einer neuen Umfrage an, zu wissen, was Fakeshops sind, doch nur 23 Prozent erkennen auch alle wesentlichen Warnsignale. Stattdessen verlassen sich viele auf Einzelmerkmale wie günstige Preise oder unvollständige rechtliche Angaben. Rund 14 Prozent wissen gar nicht, woran sich betrügerische Shops erkennen lassen.
Selbstsicherheit macht verwundbar
Die Zahlen stammen aus einer Umfrage der Initiative Sicher Handeln (ISH) in Zusammenarbeit mit YouGov. Trotz wachsender Raffinesse der Betrüger – teils durch KI unterstützt – fürchtet nur jeder Fünfte, Opfer eines Fakeshops zu werden. Das sei eine gefährliche Mischung aus vermeintlichem Wissen und Leichtsinn, so ISH-Sprecher Harald Schmidt. Denn wer glaubt, ausreichend informiert zu sein, prüft Online-Shops häufig nicht mehr genau.
Ein Beispiel: Fast die Hälfte der Befragten (47 %) gibt an, vor dem Onlinekauf sorgfältig zu prüfen – doch viele verlassen sich auf oberflächliche Merkmale. So vertrauen 34 Prozent positiven Bewertungen, 15 Prozent bekannten Markenlogos oder Gütesiegeln. Solche Indikatoren können jedoch leicht gefälscht oder manipuliert werden.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
KI verstärkt die Täuschung
Die Entwicklung ist auch technologisch brisant: Betrügerische Shops nutzen vermehrt Künstliche Intelligenz, um Inhalte wie Produktbeschreibungen, Kundenbewertungen oder sogar Chat-Antworten zu automatisieren – und so noch glaubwürdiger zu wirken. Seit dem Aufkommen von KI geben immerhin 19 Prozent der Befragten an, Online-Angeboten grundsätzlich weniger zu trauen.
Trotzdem sinkt die Sorge, selbst betroffen zu sein. 2024 machte sich noch ein Viertel der Verbraucher Gedanken über Fakeshops, aktuell sind es nur noch 20 Prozent. Besonders in rabattgetriebenen Zeiten wie der „Black Week“ ist die Gefahr groß: Laut einer Studie aus Österreich stößt dort jeder vierte Konsument an Aktionstagen auf betrügerische Angebote.
ISH-Sprecher Schmidt warnt: „Fakeshops nutzen gezielt Emotionen wie Vertrauen, Bequemlichkeit und Schnäppchenreiz. Die größte Schwäche ist nicht Unwissen – sondern Selbstsicherheit.“


