Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 hat Ralph Lauren eigenen Angaben nach seine eigenen Erwartungen übertroffen. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf rund 1,7 Milliarden US-Dollar (ca. 1,56 Mrd. Euro). In konstanten Wechselkursen betrug das Wachstum 11 Prozent. Besonders stark entwickelte sich das Direktkundengeschäft mit einem flächenbereinigten Wachstum von 13 Prozent – getrieben von positiven Trends in allen Regionen und Vertriebskanälen.
Deutliche Ergebnisverbesserung bei stabilem Kostenmanagement
Das bereinigte Betriebsergebnis legte um 40 Prozent auf 293 Millionen US-Dollar (rund 269 Mio. Euro) zu. Die operative Marge erreichte 17,0 Prozent und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert. Die Bruttomarge verbesserte sich auf 72,3 Prozent – ein Zuwachs um 180 Basispunkte. Diese Entwicklung ist auf eine starke Nachfrage nach Vollpreisartikeln, steigende Durchschnittspreise und günstige Produktkosten zurückzuführen.
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Starke Performance in Asien und Europa
Regional zeigte Asien mit einem Umsatzplus von 21 Prozent (30 Prozent in China) das stärkste Wachstum, gefolgt von Europa mit 16 Prozent. Nordamerika legte um 8 Prozent zu. Besonders hervorzuheben ist der Anstieg des digitalen Handels, der in Asien um 35 Prozent und in Nordamerika um 19 Prozent zulegte.
Markeninszenierung und neue Kundengruppen im Fokus
Ralph Lauren investierte gezielt in markenprägende Erlebnisse: von der ersten Modeschau in Shanghai über Präsentationen in Paris und Mailand bis zu prominenten Auftritten bei globalen Events. Insgesamt wurden 1,4 Millionen neue Kunden im Direktgeschäft gewonnen. Die Social-Media-Reichweite wuchs um einen hohen einstelligen Prozentwert auf 66 Millionen Follower.
Kernsortiment wächst zweistellig – Handtaschen legen besonders zu
Im Kerngeschäft erzielte das Unternehmen ein Wachstum im mittleren Zehnerbereich. Die Kategorien Damenmode, Oberbekleidung und Handtaschen stiegen um über 20 Prozent. Erfolgreiche Kollektionen wie „Hamptons Spring ‘25“ oder „Wimbledon“ trafen den Nerv der Konsumenten. Gleichzeitig wuchs der Durchschnittspreis pro Artikel um 14 Prozent.
Robuste Finanzlage und Aktienrückkäufe
Das Unternehmen schloss das Quartal mit 2,3 Milliarden US-Dollar (rund 2,12 Mrd. Euro) an liquiden Mitteln ab. Die Lagerbestände sind mit 1,2 Milliarden US-Dollar (ca. 1,1 Mrd. Euro) gut auf die Nachfrage abgestimmt. Ralph Lauren investierte zudem rund 250 Millionen US-Dollar (ca. 231 Mio. Euro) in den Rückkauf eigener Aktien und zahlte Dividenden in Höhe von 50 Millionen US-Dollar (ca. 46 Mio. Euro) aus.
Jahresprognose erhöht – vorsichtiger Blick auf das zweite Halbjahr
Angesichts des erfolgreichen Starts hebt das Management die Prognose für das Gesamtjahr an. Erwartet wird ein Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich (konstant gerechnet) sowie ein operatives Margenplus von 40 bis 60 Basispunkten. Im zweiten Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich und einer weiteren Margenverbesserung – bleibt aber angesichts globaler Risiken wie geopolitischer Spannungen, Lieferkettenproblemen und Wechselkursvolatilität vorsichtig.


