Robomart, ein US-Startup aus Los Angeles, will mit einem neuen Lieferroboter das Geschäftsmodell von Plattformen wie Uber Eats und DoorDash grundlegend herausfordern. Mit einer Pauschalgebühr von nur 3 US-Dollar pro Lieferung setzt das Unternehmen auf eine neue Preisstruktur, die sowohl Kunden als auch Einzelhändler ansprechen soll.
Autonomes Fahrzeug mit Platz für 500 Pfund
Wie Techcrunch berichtet, wurde der neue Roboter RM5 vorgestellt – ein autonomes Fahrzeug der Stufe 4 mit Platz für bis zu 500 Pfund (ca. 225 kg) an Waren. Zehn separate Schließfächer ermöglichen die gleichzeitige Bearbeitung mehrerer Bestellungen. Die Auslieferung erfolgt dabei vollautomatisch – ohne Fahrer und ohne Zwischenlager.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Eigene Plattform für Händler
Kern des Modells ist eine App-basierte Plattform, auf der Einzelhändler eigene virtuelle Filialen einrichten können. Diese Struktur ähnelt bekannten Apps wie DoorDash oder Uber Eats, unterscheidet sich jedoch durch die geringe Pauschale für Kunden. Statt mehrerer Gebühren, Serviceaufschläge und Trinkgeld fällt nur eine fixe Liefergebühr an. „Wir bauen unseren eigenen autonomen Marktplatz“, sagt Robomart-CEO und Mitgründer Ali Ahmed.
Start in Austin geplant
Die Markteinführung soll in den kommenden Monaten in Austin, Texas, erfolgen. Dort will das Unternehmen zunächst Einzelhändler an Bord holen und das System noch 2025 in Betrieb nehmen. Robomart begann 2020 mit autonomen Verkaufsfahrzeugen, die direkt zum Kunden fuhren – etwa mit Eis oder Apothekenprodukten.
Niedrige Kosten durch Automatisierung
Ahmed sieht das neue Modell als logische Weiterentwicklung. Bereits mit seinem früheren Unternehmen Dispatch Messenger in Großbritannien hatte er versucht, den Liefersektor profitabel zu gestalten – scheiterte jedoch an den hohen Personalkosten. Nun setzt er auf Roboter, die laut Ahmed bis zu 70 % der Lieferkosten einsparen könnten.
„Wenn ein Fahrer 18 Dollar pro Stunde verdient, kostet allein dieser Posten rund 9 bis 10 Dollar je Lieferung“, erklärt Ahmed. Robomart dagegen komme mit weit weniger Kapital aus – bislang wurden nur knapp 4 Millionen US-Dollar (rund 3,7 Mio. Euro) Risikokapital aufgenommen.
Angriff auf etablierte Anbieter
Trotz starker Konkurrenz durch etablierte Anbieter wie Uber Eats, Grubhub oder DoorDash sieht sich Robomart gut positioniert. Mit einem schlanken, automatisierten Modell und einer einfachen Preisstruktur will das Startup insbesondere preissensible Kunden gewinnen. „Viele realisieren gar nicht, wie viel sie bei anderen Apps durch versteckte Gebühren und Aufschläge bezahlen“, so Ahmed.
Robomart setzt damit auf ein radikal vereinfachtes System mit dem Ziel, den Markt für Lieferdienste nachhaltig zu verändern.


