Der Online-Modehändler SHEIN intensiviert seine Bemühungen zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen und Transparenz in der Lieferkette. In Zusammenarbeit mit externen Organisationen wurden neue Analysen durchgeführt, die sowohl Lohnstrukturen als auch die Zufriedenheit von Beschäftigten beleuchten.
Externe Prüfungen liefern detaillierte Einblicke
Im Jahr 2025 arbeitete SHEIN mit unabhängigen Partnern zusammen, um die eigene Lieferkette genauer zu analysieren. Im Fokus standen dabei insbesondere Löhne, Arbeitsbedingungen sowie die Perspektiven der Beschäftigten in Zulieferbetrieben.
Eine umfassende Untersuchung in Guangzhou umfasste mehr als 200 Lieferanten und kombinierte Lohnanalysen mit einer groß angelegten Mitarbeiterbefragung.
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Hohe Lohnkonformität, aber differenzierte Wahrnehmung
Die Auswertung zeigt laut SHEIN, dass die überwiegende Mehrheit der untersuchten Beschäftigten mindestens den lokalen Mindestlohn erhält oder darüber liegt. Auch gesetzliche Vorgaben zu Überstunden werden weitgehend eingehalten.
Gleichzeitig ergibt die Befragung ein differenzierteres Bild: Während viele Beschäftigte ihre Einkommenssituation als ausreichend bewerten, sieht ein signifikanter Anteil weiterhin Verbesserungsbedarf – etwa im Hinblick auf Lebenshaltungskosten und Einkommensentwicklung.
Zufriedenheit hoch, Informationslücken bleiben
Ein Großteil der befragten Beschäftigten äußerte sich positiv über Arbeitsumfeld und Kommunikation mit dem Management. Dennoch zeigte sich, dass nicht alle Mitarbeitenden über bestehende Beschwerdemechanismen informiert sind.
Dies deutet auf weiteren Handlungsbedarf bei Transparenz und interner Kommunikation hin.
Neue Maßnahmen zur Unterstützung der Beschäftigten
Als Reaktion auf die Ergebnisse plant SHEIN zusätzliche Maßnahmen. Dazu gehört unter anderem die Einführung einer extern betriebenen Hotline, die Beschäftigten Unterstützung bei arbeitsbezogenen und persönlichen Anliegen bietet.
Ziel ist es, den Zugang zu Beratung und Hilfe zu verbessern und gleichzeitig unabhängige Kommunikationskanäle zu stärken.
Lieferantenfeedback als strategischer Faktor
Neben den Arbeitsbedingungen analysierte SHEIN auch die Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten. In einer Umfrage bewerteten diese die Geschäftsbeziehung überwiegend positiv, insbesondere in Bezug auf Zahlungspraktiken und Informationsfluss.
Gleichzeitig äußerten Lieferanten den Wunsch nach stabileren Auftragsvolumina und engerer Abstimmung, um besser planen zu können.
Weiterentwicklung der Lieferkettenstrategie
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in die Weiterentwicklung der Lieferkettenstrategie einfließen. SHEIN verfolgt das Ziel, über klassische Audits hinauszugehen und stärker auf kontinuierlichen Austausch mit Lieferanten und Beschäftigten zu setzen.
Langfristig will das Unternehmen so die Grundlage für nachhaltigere und transparentere Produktionsbedingungen schaffen.


