Die Inflation in Deutschland dürfte im Jahr 2026 trotz geopolitischer Spannungen deutlich unter dem Niveau der Energiekrise von 2022 bleiben. Eine Simulation des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt eine durchschnittliche Teuerungsrate von 3,5 Prozent. Eine erneute Inflationsdynamik wie vor vier Jahren gilt damit als unwahrscheinlich.
Moderater Anstieg statt neuer Preisschock
Zwar sind die Preise für Öl und Gas infolge des Iran-Kriegs um rund 40 Prozent gestiegen und erreichen damit ähnliche Größenordnungen wie 2022. Dennoch ist die Ausgangslage stabiler: Zu Jahresbeginn lag die Inflationsrate lediglich bei 2,1 Prozent. Im Gegensatz zur damaligen Situation trifft der Energieschock heute nicht auf eine bereits aufgeheizte Preisentwicklung, wenngleich im April die Inflation wieder auf 2,9 Prozent steigt.
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EZB zwischen Inflation und Wachstum
Die Europäische Zentralbank verfügt aktuell über mehr Handlungsspielraum als während der letzten Energiekrise. Dennoch bleibt der Zielkonflikt bestehen: Zinserhöhungen könnten die Inflation dämpfen, würden jedoch gleichzeitig das schwache Wirtschaftswachstum zusätzlich belasten.
Heizkosten als entscheidender Faktor
Ein zentrales Risiko für die Preisentwicklung liegt in der Energieversorgung. Die Gasspeicher sind schlechter gefüllt als vor vier Jahren. Sollten die Einkaufspreise im Sommer hoch bleiben, könnten Haushalte im Winter deutlich stärker belastet werden. Steigende Energiekosten wirken zudem indirekt über höhere Produktionskosten auf die Verbraucherpreise.
Belastung für Haushalte und begrenzte Entlastung
Mit zunehmender Dauer des Konflikts dürfte auch der Inflationsdruck steigen. Besonders einkommensschwache Haushalte könnten unter den höheren Kosten leiden. Experten halten gezielte Entlastungsmaßnahmen für sinnvoll, warnen jedoch vor breit angelegten Subventionen. Gleichzeitig gilt als sicher, dass der Krieg wirtschaftliche Einbußen mit sich bringt, die nicht vollständig staatlich ausgeglichen werden können.


