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Signa-Beben: Auch KaDeWe-Gruppe offenbar kurz vor Insolvenz

Foto des Kaufhaus des Westens (KaDeWe) in Berlin
Foto: Signa

Die KaDeWe-Gruppe, bekannt für ihre Luxuskaufhäuser in Berlin, Hamburg und München, steht laut Exklusiv-Berichten von Capital unter Berufung auf Unternehmenskreise kurz vor der Insolvenzanmeldung. Trotz bisheriger Zusicherungen des KaDeWe-Managements über eine stabile finanzielle Lage, droht der Gruppe offenbar die Zahlungsunfähigkeit. Der Insolvenzantrag soll den Berichten nach in der kommenden Woche in Berlin eingereicht werden.

Nach der Insolvenz der Signa-Holding im November war das KaDeWe-Management zunächst demonstrativ um Ruhe bemüht. CEO Michael Peterseim betonte, dass die Signa-Insolvenz keine Auswirkungen auf die KaDeWe-Gruppe hat, denn Signa sei nur der „Minderheitsgesellschafter“. Tatsächlich ist Signa mit 49,9% neben der thailändischen Central Group der „kleinere“ Teilhaber, wenngleich davon auszugehen ist, dass die fehlenden Signa-Finanzspritzen die Ursache für aktuelle Zahlungsschwierigkeiten sind, über die schon seit Wochen in Kreisen berichtet wird. Spätestens nach der Insolvenzanmeldung von Galeria Karstadt Kaufhof wurden die Gerüchte dahingehend lauter.

Als die Verflechtungen und finanziellen Schwierigkeiten des Signa-Reichs in Form eines regelrechtes Insolvenzbebens offensichtlicher wurden, betonte die Central Group ihr Engagement unabhängig von den Entwicklungen von Signa und bekräftigte die Absicht, die erforderliche Unterstützung zu leisten, damit die Geschäfte ihren Betrieb reibungslos fortsetzen können. In Kreisen des Unternehmens wird nun gemunkelt, dass die Central Group nicht direkt bereit sei, neues Kapital zu investieren. Wahrscheinlicher erscheint allerdings die Möglichkeit, dass das thailändische Unternehmen die finanziellen Schwierigkeiten als Gelegenheit sieht, um die Anteile von Signa zu einem niedrigeren Preis zu erwerben.

Eine Insolvenz der KaDeWe-Gruppe könnte sich auch über die Unternehmensgrenzen hinaus auswirken. Wie Capital vorrechnet, besteht die Möglichkeit, dass die deutschen Steuerzahler für bis zu 90 Millionen Euro haften müssen, falls die KaDeWe Group die Rückzahlung eines staatlich verbürgten Kredits nicht leisten kann. Dieser wurde während der Corona-Krise als Ausfallbürgschaft von den Ländern Berlin, Hamburg und dem Bund bereitgestellt.

Die Central Group, eine Familienholding aus einer der reichsten thailändischen Familien, spielt eine wichtige Rolle in der internationalen Einzelhandelslandschaft. Im Juni 2015 erwarb sie durch ihre Tochterfirma La Rinascente 50,1% der Anteile an der KaDeWe-Gruppe, zu der neben dem KaDeWe in Berlin, Oberpollinger in München und das Alsterhaus in Hamburg gehören. Diese Akquisition erfolgte damals in Partnerschaft mit der Signa Holding von René Benko, die die zweiten 49,9% der Anteile hält.

Neben der KaDeWe-Front sieht sich die Central Group aktuell auch hinsichtlich Selfridges in London unter Zugzwang. Mit einem KaDeWe-ähnlichen Beteiligungskonstrukt zwischen Central und Signa, geht es auch bei Selfridges um eine mögliche Übernahme der Signa-Anteile.

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